Beiträge von Der_Planer

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    Zitat von doug

    ....das war in ungefähr 3,5- 4 Stunden erledigt....

    Doug, da muss ich Dich korrigieren. Im Geräteprotokoll steht, dass wir den ersten Messwert um 11h34 und den letzten um 13h43 aufgenommen haben.
    Das waren also nur 2 Stunden. Wir waren zu zweit, aber das nur zum Anlernen. Alleine (ohne Verzäll) wäre es genausoschnell gewesen.

    Für dieses Aufmaß wurden 156 Messpunkte von 6 verschiedenen Gerätestandorten aufgenommen.

    Das braucht doch keiner... :roll:
    Angucken: ja, selbermachen: nee. ;)

    Ich hoffe nur, dass keiner danach fragt, wie die Fototexturen ins Dicam-Modell kommen. Die sind nämlich nicht erst später im Bild reinmontiert, sondern richtig im OpenGL.

    Damit man besser verstehen kann, was Doug meint, habe ich das Aufmaß in ein paar Bildern zusammengefasst.
    Die Endpunkte der roten Hilfslinien stammen aus dem Messgerät.
    Teilweise sind im Bild die Punkt-Beschriftungen zu sehen.
    Die Wände entsprechen dem gemessenen Bestand.
    Die Dachflächen sind ein Vorabzug der geplanten Neuflächen.
    Kamin, rückseitige Gaubenwand und rückseitig vorhandener Scheunenanbau
    bleiben erhalten und fügen sich passend in die neue Konstruktion.

    (Falls die Animation nicht gezeigt wird, bitte den Browser entsprechend einstellen)

    [Blockierte Grafik: http://abbund-cad-service.de/forum/aufmass.gif]

    Hallo Henning,

    die horizontale und vertikale Winkelgenauigkeit sind 9", das entspricht 4,5 mm auf 100 m. Die Genauigkeit des Längenlasers ist ±3 mm, egal bei welcher Entfernung. Das sind die theoretischen Werte. In der Praxis sind schon die angemessenen Oberflächen ungenauer. Wenn eine Gebäudeecke nicht exakt scharfkantig verputzt wurde, dann bekommst Du eben das Maß, wo der Laser hinzielt. Und zielen kann man mit dem Ding sehr genau. Das Fadenkreuz sehe ich durch ein 30-faches Zielfernrohr.

    Eine exakte Gebäudelänge bekommst Du mit dem Bandmaß auch nur bei 20° und einer definierten Zugkraft. Der große Vorteil des Gerätes liegt darin, dass keine Längen, sondern die gemessenen Punkte in der korrekten räumlichen Anordnung aufgenommen werden. Da spielen die kleinen Ungenauigkeiten nur eine untergeordnete Rolle. Hast Du schonmal die Sparrenneigung an einem Altbau gemessen? Jeder Sparren hat eine andere Neigung und eine andere Durchbiegung. Wie misst Du das? Früher habe ich die digitale Wasserwaage mit Aufstecklaser dafür benutzt, an mehreren Stellen gemessen, und bestenfalls den Mittelwert notiert. Die Anzeige hat zwar Zehntel-Grad, aber die effektive Genauigkeit liegt bei ±2 Zehntel. Das macht bei einer normalen Sparrenlänge schon einen Toleranzbereich von 4 cm. Dazu kommen noch die örtlichen Ungleichmäßigkeiten.

    Mein Gerät stelle ich auf den Dachboden, klicke nahe der Traufe 3 Punkte unter den Dachlatten an. die nächsten 3 Punkte nahe dem First. Das Ganze wiederhole ich je Dachseite in 3 Feldern. Ich habe damit 6 genau lagerichtige Profile der Sparrenoberkante, und auch die vorhandene Lattenteilung. Das Ganze dauert keine 10 Minuten. Dann noch ein paar Pfetten- und Mauerkanten, die man braucht.
    Den Gebäudegrundriss messe ich meist von außen. Mir ist es dabei egal, ob das Haus eine oder 2 Etagen hoch ist. Die Grundrissmaße nehme ich knapp unter der Dachfläche, also nahe am Baugeschehen. Ich habe oft erlebt, dass alte Wände nicht im Lot stehen. Mein Grundriss passt zum Dachstuhl. Sicher. Und die Lage des Kamins messe ich ebenfalls von der Straße aus. Genauer als irgendjemand loten und fluchten kann. Dann passen auch die Wechsel.

    Bei mehreren Anbauten haben wir (geschätzte) Messzeiten verglichen. Mit dem Gerät brauche ich höchstens ein Viertel der Arbeitszeit, denn ich messe alleine in 2 Stunden mehr als 2 Leute mit Bandmaß, Lot und Disto in 4 Stunden. Und genauer ist es sowieso.

    Im Dietrich's Programm lese ich natürlich 3d-dxf ein.

    Es gibt Baustellen, da braucht man diese Technik nicht. Wenn ich mit dem Disto zwischen den Außenwänden messe, und die Toleranz liegt im "Normalbereich", dann reicht mir das. Und einen Treppenhausversprung am Neubau messe ich auch mit dem Bandmaß. Man muss ja nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen. Das Gerät verwende ich jedesmal, wenn es einen Zeitvorteil bringt, oder eine hohe Genauigkeit für die Planung vorausgesetzt werden muss.

    Hallo wolle,

    ich habe oft mit Bestands-Aufmaßen zu tun. Was liegt da näher, als sich die Technik zunutze zu machen? Man darf den Anschaffungspreis nicht alleine sehen. Durch den enormen Zeitgewinn macht sich das Gerät durch seinen Gebrauch bezahlt. Je öfter, um so schneller.
    Bisher kenne ich nur einen, der auch damit misst. Und wenn man's einmal beherrscht, kommen auch vermehrt Messaufträge, wo es nur darum geht, einen Bestand aufzunehmen und in Dicam zu modellieren. Auf das Zwischenergebnis kann man mit jedem CAD aufbauen, denn es ist eine verbindlich passende Planungsgrundlage.

    Zitat von HenningF

    das bedeutet man muß ein anderes Programm haben

    Das hab ich doch gesagt, und auch genau erklärt warum.

    Zitat

    und was genau muß man dann im Dietrichs importieren?

    Eine dxf-Datei.

    Zitat

    das hört sich alles noch sehr kompliziert an, ich weiß nicht ob man dann mit dem "normalen" messen eines Grundrisses und dann die eingabe nicht schneller ist...?

    Stimmt. Einfach Länge x Breite, Treppenwand, Kamin und fertig.

    Mir scheint, Du hast ein paar Beiträge weiter oben nicht die blauen Links angeklickt. Die pdf-Dateien sind in 3D. Du kannst sie drehen, schwenken und zoomen. Ich hatte gedacht, das erklärt mehr als viele Worte :roll:

    Zitat von HenningF

    Hi, sieht echt interssant aus.
    Wie sieht es mit dem Preis aus?

    Als Neugerät im Fachhandel derzeit 6390,- (vor 1 Jahr war es 400,- günstiger)
    Als neuwertiges Gebrauchtgerät bei ebay knapp unter 5000,- (alle Preise netto)
    Zusätzlich braucht man ein gutes Stativ für ca. 140,- (normales Nivellierstativ reicht nicht!!)

    Zitat

    Und wie ist es, wenn ich entweder nur Fundamente neben einem Haus oder auch frei habe für ein Carport.

    Kann man damit natürlich alles messen. Interessant wird es, wenn die Fassade oder der Giebel samt bestehender Dachneigung mitgemessen werden soll.
    Für ein Carport mit 4 Fundamenten reicht natürlich auch ein Schrittmaß ;)

    Zitat

    Oder ein Bau, wo nur die Drempel schon gemauert sind? und man quasi die Maße einmal rundum messen muß?

    Für einen rechtwinkligen Neubau muss man so ein Gerät nicht haben, da reicht ein Bandmaß oder ein Disto. Sobald aber 1 Giebel (oder beide?) schräg stehen, hast Du mit dieser Technik klar gewonnen.

    Zitat

    Wie ließt man den dies 3-dimensionalen Maße in Dietrichs ein???

    Der Leica Builder RM hat einen Speicher für 10.000 Datensätze. (Meine bisher größte Messbaustelle brauchte davon 700.) Die Daten werden über eine serielle Verbindung in verschiedenen Formaten den PC eingelesen, unter anderem auch als 3D-dxf.
    Dieses Format kann leider nicht direkt von Dietrich's verarbeitet werden, weil es gruppierte Elemente und 3D-Texte enthält. In einem anderen 3D-Cad (dafür reichen 100 Euro) werden die gruppierten Messpunkte (Fadenkreuze 20/20 cm) aufgelöst und einige Verbindungslinien gezeichnet. Das Zeichnen (nicht das Auflösen) geht bisher nur in der Dicam Vollversion, und auch dort nicht so komfortabel. Ein weiterer Grund für das externe Cad: Dietrich's liest in 3D noch keine Texte ein. Man braucht sie aber, weil an jedem Punkt eine Nummer steht. Im Moment muss ich die Texte im Cad soweit auflösen, bis sie in einzelne Linien konvertiert sind. Dann lassen sie sich ebenfalls in Dicam oder im Grundriss einlesen.

    Sind die Messdaten importiert, kann man mit der Eingabe beginnen. Dabei gehe ich oft kleine Kompromisse ein, um möglichst rechtwinklig und parallel zu konstruieren. Ich verwende die Messpunkte also nicht als Klickpunkte, sondern als Richtwerte, denen ich möglichst nahe komme. (Beispiel: Messe 10 Punkte entlang einer gemauerten Wand, dann merkst Du, warum man sie nicht zum Anklicken verwenden kann ;))

    Das Gerät ist natürlich nicht nur zum Messen, sondern genausogut zum Abstecken geeignet. Nach dem Konstruieren gibst Du z.B. die Koordinaten der Stützenachsen oder der Mittelpfettenauflager ein, und zeichnest vor Ort die Fundamentachsen und die Stemmlöcher an. Oder die Eckpunkte von schräg laufenden HRB-Wänden, oder, oder.....