Es gibt zu viele Projekte, die ich ohne messen zu können nie auf den Bildschirm bekommen hätte. Die folgenden Bilder belegen, warum ich den Disto mit Zoomkamera als "Spielzeug" bezeichne.
Eine Betondecke mit einigen rechten und einigen schrägen Winkeln, die mit einem Bandmaß nicht so ganz einfach zu erfassen sind. Nach dem Aufmaß wurden die Schwellen für die Montage eingemessen. Die gleichzeitig genommenen Höhen dienten dazu, die Schwellen vor der Montage bereits passgenau zu unterlegen.
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Ein bestehendes altes Gebäude ohne rechte Winkel (Altbau/Grenzbebauung) samt Darstellung der anschließenden Gebäudeformen zum Zweck einer Aufstockung und einer genauen Architekturplanung:
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Eine Hofanlage, deren Mauerreste unter Denkmalschutz stehen, und in die Neubebauung integriert werden sollen. Kaum rechte Winkel, viele Vorsprünge und Durchbrüche, nicht alles lotrecht:
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Die Bodenplatte für einen Waldorfkindergarten. Garantiert nirgends ein rechter Winkel. Außenfundamente für teilweise schräg stehende Rundholzstützen, Holzrahmenbau-Etage auf gemauertem Erdgeschoss, teilweise schräge Einbindung tragender Hölzer in knappe Aussparungen im Sichtbeton:
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Dacherneuerung in denkmalgeschütztem Gebäude bei Erhalt der Decken (teilweise erheblich abgesackt) und Sprengwerke, kein rechter Winkel, windschiefe Dachflächen, deren bisherige Form wiederhergestellt werden musste. Das alte Dach war während des Messens noch drauf, nur stellenweise freigelegt.
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Bestandsmodell als Architekturgrundlage für eine Dacherneuerung/Umgestaltung eines Stadthauses, dessen Grundmauern dem gebogenen Straßenverlauf folgen. Keine Möglichkeit, von der Gartenseite zu messen, weil man von dort nur die Dachrinne sieht, und keinen Bezug zum Aufmaß der Straßenseite herstellen kann. Rückseitige Dachflächen wurden teilweise von innen, und teilweise von der Dachterrasse aus aufgenommen.
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Historische denkmalgeschützte Mühle mit Bruchsteinmauern unterschiedlicher Dicke (auch innerhalb der selben Wand!), wobei der Aufbeton den krummen Wandverläufen folgt.
Hier hatte sich bereits ein Zimmerer vergeblich versucht, und mit dem Richten angefangen. Weil wesentliche Maße nicht passten, wurde alles Bauholz wieder abmontiert und entsorgt. Die Zwischendecke aus Holzbalken wurde an angedübelten Randbalken befestigt, die entlang unregelmäßiger Bruchsteinwände verlaufen. Verbindungen, in Teilbereichen sichtbar, sauber verzapft, sollten vor Ort passen und nicht nachgearbeitet werden.
Die Außenkanten der Wände verlaufen nicht gerade, sondern gerundet/leicht abgeknickt, und das umlaufend gleich breite geneigte Stirnbrett, das genau Kante auf Kante auf den Außenwänden liegen muss, gibt den genauen Verlauf der Traufe vor, so dass sich mehrere Dachflächen in ihrem Verlauf in unterschiedlichen Formen verwinden. Passender Maschinenabbund ist Pflicht, Nachbessern vor Ort unmöglich. Mauerkronen laufen nicht überall waagerecht.
Die Sprengwerksböcke müssen auf der Betondecke genau dort stehen, wo im Keller Betonsäulen gesetzt wurden, die nur genau in der Achse belastet werden dürfen. Hier musste also in 3 Etagen gemessen werden.
Aufmaß: 1 Mann 1 Tag.
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Das ist nur ein kleiner Auszug der interessanten Aufmaßprojekte, bei denen man mit Bandmaß und Lot ratlos davor steht, und auch mit einem Disto nicht wirklich etwas ausrichten kann. Die 30 Punkte im Speicher wären zu schnell verbraucht, und die geforderte Genauigkeit ist nicht erreichbar. Selbst mit dem Theodoliten würde ich die gezeigten Projekte nicht zum Einstieg empfehlen, dazu gehört Erfahrung und ein gut überlegtes Messkonzept. Zu der Zeit als ich den Builder noch nicht hatte, habe ich verschiedene Hilfen mit Lasertechnik verwendet, und oft ein rechtwinkliges Koordinatensystem aus rotem Licht in den Bau gelegt. Über Stichmaße zu diesem System konnte ich auch schon unregelmäßige Grundrisse messen, aber der Aufwand war deutlich höher als mit dem Theodoliten. Nach und nach habe ich verschiedene Hilfswerkzeuge entwickelt, die dazu dienen, schwer erreichbare Punkte messen zu können. Darunter sind auch individuelle Konstruktionen, die ich für ein einziges Projekt erfunden habe, und die dort einige Stunden Zeit eingespart haben.
Den hier diskutierten Disto könnte ich sicher als Zusatzwerkzeug für kleinere Aufgaben einsetzen, aber bei Zielweiten über ca. 5 Meter, bei denen es nicht nur um Distanz, sondern auch um Winkel geht, würde ich ganz sicher nur genaueres Werkzeug benutzen.