Dieses Gerät ist ganz sicher eine lohnende Investition. Ich kenne das Gerät nicht selbst, aber das Datenblatt schaut gut aus. Ich arbeite seit mehr als 3 Jahren mit dem BLK360 von Leica, und seitdem steht mein Tachymeter fast nur noch im Schrank.
Der X130 ist um einiges leistungsfähiger als mein BLK, was die Reichweite und die Aufnahmegeschwindigkeit betrifft. Das Gewicht ist natürlich auch deutlich höher (5,2 versus 1,0 kg).
Der Workflow ist mit 3D-Scannern sehr ähnlich, egal welches Fabrikat Du nutzt. Vor Ort nimmst Du den Bestand aus verschiedenen Perspektiven auf, dabei ist eigentlich nur zu beachten, dass der Scanner alle relevanten Flächen einmal "gesehen" hat. Die Einzelscans werden in den PC geladen und dort mit einer passenden Software "registriert". Dieser Begriff bedeutet, dass alle Scans passend zueinander ausgerichtet werden und als Ergebnis den Bestand als zusammenhängendes Punktwolkenmodell darstellen.
Leica und Faro verwenden dafür unterschiedliche Software (Leica Register oder PinPoint für Leica, Scene und bei Bedarf AsBuiltModeler bei Faro).
In der Regel folgt noch eine Bereinigung der Punktwolke, z.B. ein Beschnitt auf die Gebäudegröße und das Ausmerzen von störenden Elementen wie Spiegelungen, Personen, Fahrzeuge usw. Danach kann (nicht muss) die Auflösung auf ein praxistaugliches Raster reduziert werden, um die Datenmenge deutlich zu reduzieren. Wenn dabei kleine Details verloren gehen, hat das in den allermeisten Fällen keine Folgen für den weiteren Ablauf. Beispiel: Nach dem Registrieren kann es vorkommen, dass eine Wandfläche, auf der sich mehrere Scans überlappen, eine sehr hohe Punktdichte z.T. von weniger als 1mm Rastermaß besitzt. So viele Punkte belasten die Rechenleistung unnötig. Wenn Wände, Böden, Decken und Konstruktionen ein Raster von 10-20 mm haben, kann man sie genauso gut nachbilden.
Die finale Punktwolke wird als E57-Datei exportiert, dieses Format hat sich flächendeckend durchgesetzt und kann auch von Dietrich's eingelesen werden. Du brauchst dazu eine Lizenz des Punktwolkenmoduls.
Das Punktwolkenmodul bietet eine Fülle von Funktionen und Darstellungsmöglichkeiten, die inzwischen gut ausgereift sind und mit denen sich jeder Bestand so genau wie gewünscht nachbilden lässt. Wie das im Einzelnen geht, wird hier sicher nochmal Thema.
Die Bestandsaufnahme mit dem Scanner spart nicht nur Zeit an der Baustelle, sondern ermöglicht Bestandaufmaße, die mit einem Tachymeter kaum möglich sind.
Bei Bedarf lassen sich auch Tachymeteraufmaße mit Punktwolken kombinieren, insbesondere, wenn man später die geplante Konstruktion vor Ort abstecken möchte. Genau das kann ein Scanner nämlich nicht, er kann nur Daten aufnehmen, aber nicht projizieren.