Nachdem es doch häufiger zu Fragen und Problemen in Verbindung mit der Anschluss-Systematik kommt, habe ich die Zusammenhänge hier etwas genauer beschrieben.
Bei den so genannten Anschlussverbindungen, weiß der eine Stab, dass er mit einem Anderen über eine bestimmte Verbindung verknüpft ist. Dies kann zum Beispiel ein Zapfen sein, der im andern Stab ein Zapfenloch erzeugt. Es kann aber genauso ein einfacher Abschnitt (Anschnitt) sein, mit dem ein Stab an einen Anderen angeschnitten wurde.
Wenn man den Stab mit dem Zapfen löscht, soll auch das Zapfenloch im Gegenstab verschwinden. Genau dies macht die Anschluss-Systematik. Diese macht aber noch mehr. Wenn der eine Stab verschoben wird, passt sich der andere in seiner Länge an, oder es verschiebt sich sogar das Zapfenloch innerhalb des Stabes.
Beispiel:
[Blockierte Grafik: http://file.dietrichs.com/ftp/fix/Anschlusssystematik01.gif]
Der Pfosten wurde verschoben und darauf hin hat die Anschluss-Systematik folgendes gemacht:
- der Pfosten wurde verlängert, damit er an das schräge Rähm angeschlossen bleibt.
- Das Zapfenloch im Rähm wurde verschoben, an die neue Stelle des Zapfens.
- Der waagerechte Riegel hat sich verkürzt.
- Der schräge Riegel hat sich ebenfalls verkürzt.
- Das Zapfenloch im Pfosten wurde verschoben, an die neue Stelle des Zapfens.
Die Anschluss-Systematik ist aber auch an anderen Stellen zu finden:
Eine Pfette erzeugt in einem Sparren eine Kerve oder eine Ausblattung, je nach Einstellung und Lage der Pfette. Wenn die Pfette gelöscht wird, soll auch die Kerve im Sparren automatisch verschwinden. Wenn die Pfette verschoben wird, soll sich auch automatisch die Kerve im Sparren verschieben. Genau dies erledigt die Anschluss-Systematik für uns.
Wenn man eine Kerve (z.B. in einem Sparren) manuell im DICAM eingibt, kann man automatisch die Markierungen auf dem anderen Stab (z.B. Pfette) erzeugen lassen. Löscht man jetzt die Kerve im Sparren, so verschwinden auch die Markierungen auf der Pfette, da sie gemeinsam als ein Anschluss erzeugt wurden.
Die Anschluss-Systematik umgehen:
Manchmal kommt es vor, dass man die Anschluss-Systematik umgehen möchte. Man hat vielleicht eine Zapfenverbindung erzeugt und jetzt soll der Stab mit dem Zapfen gelöscht oder verschoben werden, das Zapfenloch soll aber erhalten bleiben wie es ist. Oder man hat die oben beschriebene Kerve eingegeben, die Kerve soll jetzt gelöscht werden, aber die Markierungen sollen erhalten bleiben. Ein weitere Punkt könnte sein, dass unser Zapfen manuell geändert (evtl. verlängert) werden soll, was bei einer Anschlussbearbeitung nicht ohne weiteres geht.
In diesem Fall kann man die Anschluss-Systematik für die eine betroffene Bearbeitung ausschalten. Dazu wählen wir die Funktion 'Einzelstab'. In DICAM geht dies über das Menü 'Werkzeug - Kontrolle' oder über die mittlere Maustaste. In den anderen Modellbereichen geht dies über die Funktion 'Bearbeitungen - Kontrolle'. Danach wählt man den Stab, dessen Anschlussbearbeitung bearbeitet werden soll und bekommt diese Dialogbox:
[Blockierte Grafik: http://file.dietrichs.com/ftp/fix/Anschlusssystematik02.gif]
An dem Dollarzeichen ($) (1) vor der Bearbeitung erkennt man die Anschlussbearbeitung. Wie man erkennen kann, ist der Schalter zum 'Bearbeiten' (2) der Bearbeitung deaktiviert. Wenn man aber den Schalter 'Auflösen' (3) wählt, wird die Anschlussbearbeitung aufgelöst und sie ist damit keine Anschlussbearbeitung mehr. Der Eintrag in der Dialogbox sieht jetzt so aus:
[Blockierte Grafik: http://file.dietrichs.com/ftp/fix/Anschlusssystematik03.gif]
Der Schalter 'Bearbeiten' (2) ist jetzt aktiv, die Kerve kann bearbeitet werden. Sie kann aber auch gelöscht werden, ohne dass die Markierungen auf der Pfette mitgelöscht werden. Der Schalter 'Auflösen' (3) ist jetzt deaktiviert, da es nichts mehr aufzulösen gibt. Wenn man den Zapfen genauso auflöst, kann er gelöscht oder der Stab verschoben werden, ohne dass das Zapfenloch im Anschlussstab beeinflusst wird.
Hinweis:
Manchmal erzeugt man einen Hilfsstab, nur um damit eine Bearbeitung in einem anderen Stab zu erzeugen, aber eigentlich wird der Hilfsstab selbst gar nicht benötigt. Löscht man den Hilfsstab, wird auch die erzeugte Bearbeitung gelöscht. Man könnte jetzt die Bearbeitung auflösen usw.. Hier gibt es aber auch einen anderen Weg: Man definiert den Hilfsstab über die Volumeninfo als 'Hilfsbauteil'. Dann wird dieser Hilfsstab in keine Materialliste geschrieben und auf keinem Plan eingefügt. Somit stört er uns nicht mehr und er muss nicht gelöscht werden. Die Anschlussbearbeitung kann eine Anschlussbearbeitung bleiben. Sollten wir die Bearbeitung später doch nicht mehr benötigen, löschen wir den Hilfsstab und sowohl Stab als auch Bearbeitung verschwinden.