Beiträge von Der_Planer

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    Das Thema hatte ich vor Jahren in einem Betrieb schonmal angeregt, und es ist nicht einfach, denn Papier als haptisches Medium hat auch Vorteile.

    Die Pläne, die ich den Leuten in der Produktion erklärt hatte, trugen danach ein paar Notizen. In der Produktion kamen noch ein paar dazu, bevor dieselben Pläne an die Montage weitergereicht wurden. Und auch da wurde manche Notiz hinzugefügt, die im besten Fall wieder im Büro gelandet ist.


    Wenn der erste Laptop oder das erste Tablet zusammengefaltet in die Zollstocktasche passt, reden wir hier weiter.

    Oft ist der Gebrauch technischer Geräte auch personenabhängig. Viele Handwerker haben lieber Holz und Papier in der Hand und wollen mit Bildschirmen gar nichts zu tun haben. Also immer erst die Akzeptanz klären, bevor Anschaffungen dieser Art gemacht werden.


    Am Ende gab es bei uns einen Vorarbeiter, der das Projekt als Sketchup-Modell mit an der Baustelle hatte und zumindest die Linienführung in 3D nachvollziehen konnte, wo ein 2D-Plan vielleicht nicht genügend aussagekräftig war. Das ist heute durch 3d-html abgelöst und ein schöner Fortschritt. Dennoch glaube ich nicht an die papierlose Produktion, schon gar nicht die papierlose Baustelle.

    Das ist als Nutzer nicht möglich, es würde der Idee von Plancad-L widersprechen.
    Sicher kann das die Firma Dietrichs, aber ich würde schon überlegen, ob es den Aufwand wirklich wert ist.

    "Systempflege" hört sich nicht danach an, dass Du die Pläne jetzt dringend im freien Format benötigst.


    Verbuche es unter "Lehrgeld", und beschränke die Konvertierungsdienstleistung aus ein Minimum.

    In den Klappmenüs hat jeder Befehl seine Nummer. Somit ist es ziemlich einfach, sich die Nummern zu notieren, die zu einem bestimmten Befehl führen.
    Du kannst die Tabelle mit relativ wenig Aufwand selbst erstellen, indem Du Screenshots der aufgeklappten Menüs zusammenstellst.

    Für den oberen Teil des Dicam-Menüs-1 sieht das dann so aus:


    Snag_2e628cd3.png


    Die Zusammenstellung müsste aber nach jedem Programm-Update geprüft und gegebenenfalls angepasst werden, weil sich Befehle im Lauf der Zeit ändern können.

    Das grafische Schieben geht in den Dachlagen nicht, aber über 3-02 (Dachbearbeitung-Linienausführungen) kannst Du für jede Dachlage ein Offset einstellen und diese Einstellung unter eigenem Namen speichern.

    Das Ausrichten in Dicam ist eine sehr gute Sache, ich hatte ja schon erklärt, dass ich dafür separate Stockwerke in meiner Bauwerksvorlage habe. Ich habe bewusst "von hinten" in der Stockwerksliste angefangen, also mit DG99 bis DG80. Jede Messung, die nicht mit anderen Messungen verknüpft ist, liegt in einem eigenen Stockwerk. Jedes Stockwerk kann ich im Grundriss frei drehen und schieben, und da kommt auch nichts anderes an Daten rein. Für Architekten- und Statik-dxf nutze ich diese Stockwerke auch, das hat sich bei mir seit langem bewährt.


    Wenn mir im Schnitt oder sonstwo Aufmaßlinien oder Punkte fehlen, lege ich in Dicam Hilfsbauteile, die an der Messgeometrie ausgerichtet sind. Diese Teile lassen sich gut in jedem anderen Modellbereich darstellen.


    Dass Aufmaße ein paar Tage liegen bleiben, das kenne ich. Aber dass jemand anders mit meinen Messlinien versucht, eine Konstruktion nachzubilden, das halte ich für ausgeschlossen. Nur ich allein weiß, was ich da wirklich gemessen habe.

    Tachymeterpunkte können 3 verschiedene Qualitäten haben:

    - genauer Eckpunkt

    - Punkt auf vorhandener Kante

    - Punkt auf vorhandener Fläche

    Wer diese Punkte nicht selbst gemessen hat, weiß nicht um ihre genaue Bedeutung, und der Punkt selber trägt diese Information nicht.

    Deshalb ist große Vorsicht geboten, wenn jemand anders die Auswertung vornimmt. In dem Fall halte ich zusätzliche Panoramabilder der Baustelle für unbedingt erforderlich.

    Das beschriebene Problem erledigt sich nur mit einem Scanneraufmaß.

    Ich habe noch nicht so ganz verstanden, was Du wirklich misst. Sind das nur einzelne Profile? Misst Du nicht das ganze Bauwerk, so wie es dort steht?

    Und warum misst Du unter den Sparren? Das ist doch eine Kante, die man nicht wirklich braucht. Ich messe, wenn immer es geht, die Sparrenoberkante. Bei den meisten alten Dächern ist das die Unterseite der Traglattung, denn Konterlatten gab es zu der Zeit nur selten. Alternativ messe ich unter die Unterspannbahn, meist dicht neben dem Sparren, wo sie kaum durchhängt.


    Weil meine Aufmaße immer lagerichtig zum gesamten Gebäude sind, sehe ich auch, wo die gemessenen Profile liegen und wie die einzelnen Dachflächen zueinander angeordnet sind. Wenn es richtig kompliziert ist, messe ich 3 Punkte pro Fläche, die möglichst weit außen in der Fläche liegen. Durch diese Punkte erzeuge ich eine "Direkte Freie Dachfläche", die ja durch 3 Punkte eindeutig bestimmt ist. Dann erweitere ich das Grundrisspolygon so, dass die Fläche ungefähr der tatsächlichen Form entspricht. Über die Dachgestaltung verschneide ich diese Flächen miteinander, so dass daraus genaue Ausmittlungslinien für Grate, Kehlen und Firste entstehen.
    Je nach Erfordernis lege ich in Dicam Hilfskörper in den Raum und schneide sie so zurecht, dass Klickpunkte für Direkte Freie Flächen entstehen, das entscheide ich je nach Situation. So wie der Aufwand am geringsten ist.

    Ich messe seit 2006 mit dem Builder und habe einen Workflow, den hier sicher nur wenige haben. Damals gab es eine recht leistungsfähige 3D-Aufmaßsoftware, die für einen PDA unter WIndows-CE programmiert wurde. Heute bekommt man weder einen PDA noch diese Software zu kaufen. Meine Lösung funktioniert aber heute noch so gut, dass ich sie immer noch gerne nutze. Ich gehe mit dem Builder an die Baustelle und brauche keinen Laptop, um direkt ins Programm zu messen. Der PDA ist klein und leicht, lässt sich komfortabel am Stativ befestigen, lässt sich sogar bei direktem Sonnenlicht gut ablesen und der Akku hält je nach Außentemperatur 4-8 Stunden durch.


    Die Aufmaßsoftware namens "Vitas" stellt eine ganze Reihe nützlicher Messfunktionen zur Verfügung. Ich erzeuge damit vor Ort layersortierte Linienzüge, Einzellinien, Rechtecke, Punkte und Kreisbögen. Durch indirekte Messung kann ich sauber geschlossene Raumkonturen erzeugen, ich kann mittels Kanalmessstab Punkte aufnehmen, die "unsichtbar" hinter einer Kante liegen, kann mit oder ohne Reflektorstab messen, Punkte auf vordefinierte Flächen abloten oder Durchdringungspunkte dokumentieren, Vorwärtseinschnitt, Passpunkte zum Umsetzen des Geräts und einiges mehr. Zum Abstecken ist das Programm auch geeignet, das heißt, ich kann dxf-Daten wieder auf die Baustelle projizieren.


    Als Ergebnis bringe ich layersortierte 3D-Linien mit ins Büro, die ich in Vitas als 3D-DXF exportiere und in Dicam einlese.
    Bevor ich Vitas hatte, habe ich nur Einzelpunkte in Dicam einlesen können. Zu der Zeit war Dicam noch nicht in der Lage, räumliche Linien zu verwenden, schon gar nicht layersortiert. Das kam alles erst nach 2006. Ich war mit meiner Lösung so zufrieden, dass ich dabei geblieben bin und noch nie direkt ins Programm gemessen habe. Bei Vorführungen habe ich gesehen, dass unser Programm inzwischen über mehr ausgeklügelte nützliche Messfunktionen verfügt als Vitas, aber das Hantieren mit dem Laptop an der Baustelle hat mich immer daran gehindert, diese Lösung auszuprobieren.

    Ich bin nicht sicher, ob es Vitas oder eine vergleichbare Software noch gibt, die eventuell auf einem Tablet läuft. Unser Programm läuft ja auch auf kleineren Geräten, bei mir z.B. auf einem handlichen 13"-Windows-Convertible-Rechner, dem ich die Baustelle zutrauen würde. Das Messen damit hat sich aber bei mir nicht so ergeben.


    Hier ein Beispielprojekt:


    pasted-from-clipboard.png

    Mit der automatischen Vermaßung der Grat-/Kehl-Einzelstäbe ist noch keiner meiner Handabbund-Kunden zurechtgekommen. Ich selber tu mich auch arg schwer damit.

    Deshalb erzeuge ich den Plan als Einzelstab meist in der waagerechten Ansicht von 4 Seiten (kann man bei der Einzelstabablage so wählen) und vermaße diesen Plan weitgehend manuell. Dabei hat sich das Anreißen von der Unterseite her als schnellste und genaueste Methode herausgestellt, weil die Kerven direkt mit ihren Schnittkanten vermaßt sind.


    Bei der herkömmlichen Art des Anreißens auf der Gratlinie im Ursenkel zeichnet man erst die Kervenrichtung, lotet diese seitlich am Holz runter, misst das Obholz, zeichnet den Waageschnitt, dreht das Holz auf den Rücken, um auf der Unterseite wieder die Kervenrichtung anzureißen und den Waageriss zu winkeln. Das alles geht zweimal um die Ecke und birgt mehrere Möglichkeiten für Fehler. Unsaubere Linienzusammenführung an der Kante, vermessen beim Obholz, Obholz an der falschen Stelle angetragen, unterseitig die Anreißschmiegen vertauscht, und oft passt auch der linke und rechte Waageriss nicht winklig zusammen, weil vorher nicht präzise angerissen wurde.


    All das passiert nicht, wenn man die Kerven direkt an der Unterseite vermaßt und anreißt. Bedingung dafür ist: Die Holzquerschnittmaße müssen mit dem Plan übereinstimmen.


    Seit ich das so vermaße, sind meine Kunden glücklich.


    Es gibt nur wenige, die den Gratsparren in der geneigten Ansicht haben wollen. Selbst bei denen optimiere ich die automatischen Maßketten und füge an den Kerven gestrichelte Hilfslinien ein. Das Obholz wird auch nochmal separat vermaßt, so dass keine fragenden Anrufe mehr kommen.

    Es geht auch in Dicam, indem Du

    - nur die Bauteile aktivierst, die Du darstellen willst,

    - einen "allgemeinen Schnitt" (9-02) parallel zur Dachfläche anlegst,

    - und dann als Plan ablegst.


    Anstatt einen allgemeinen Schnitt anzulegen, kannst Du auch

    - alle gewünschten Bauteile aktivieren,

    - dann über 9-07-3 das Koordinatensystem der betreffenden Dachfläche aktiv schalten,

    - mit 9-1-2 die Draufsicht wählen,

    - mit nochmals 9-1-2 die Ansicht von unten wählen

    - und dann den Plan ablegen.

    Die letzte Gaube, die ich über die Funktion eingegeben habe ist ungefähr 15-20 Jahre zurück.

    Seitdem gebe ich sie über eine neue Hauskontur ein und habe keine Probleme mehr.

    In erster Linie gab es damals Verständnisprobleme, welche Bauteile eigentlich bei der Eingabe gemeint waren. Oft brauchte ich aber weniger oder mehr oder andere Bauteile. Dann wurden Maße abgefragt, die mir noch nicht bekannt waren. Mir war es einfach mental zu eng, meine Gaubeneingabe in das vorgegebene Schema zu pressen.

    Es mag sein, dass es bei einer ganzen Reihe gleicher Gauben ein paar Vorteile gibt, diese schneller mit dem Dach zu verschneiden, aber das kam in den Jahren so selten vor, dass ich es nicht vermisst habe.

    Das andere, was mich störte: Die Hauptdachtraufe vor der Gaube bekam immer so einen kleinen Versprung von 12 mm. Den habe ich nie gemocht, das empfand ich als unsaubere Lösung. Seit ich mit einer zusätzlichen Hauskontur arbeite, gibt es das Problem nicht mehr. Ich weiß gar nicht, ob das mit dem Versprung heute immer noch so gehandhabt wird?

    Mit der Methode, die ich praktiziere, bin ich so flexibel, wie ich es brauche, kann die Hölzer nach Belieben einsetzen oder weglassen, habe kein Problem, wenn die Gaube asymmetrisch ist oder in eine Dachkehle läuft, oder wenn ich sie im Grundriss verschieben will, egal ob die ganze Gaube oder nur eine Wand.

    Plankopf:

    Du kannst in einem (leeren) Plan ein neues Fenster erzeugen.

    In diesem Fenster kannst Du Linien zeichnen und Texte schreiben, also alles so gestalten, wie Du Deinen Plankopf haben willst.


    Planvorlage:

    Den kompletten (leeren) Plan samt eingerichtetem Plankopf kannst Du mit 1-3-1 als Vorlage speichern.

    Bitte beachten:

    - Lass den Maßstab des Hauptfensters auf 0, dann wird der Maßstab je nach eingefügter Planablage automatisch ermittelt.

    - Bedenke, dass mit der Planvorlage sehr viele Einstellungen mitgespeichert werden, wie z.B. Text- und Linienstile, Layereinstellungen und vieles mehr.

    Erfahrungsgemäß dauert es eine Zeit lang, bis eine Planvorlage wirklich reif für den regelmäßigen Gebrauch ist.


    Das Fenster mit dem Plankopf kannst Du 1-5-2 in Deiner persönlichen Bibliothek speichern und somit in jeden beliebigen Plan wieder einfügen.

    Die Kennwörter, die Du im Plankopf verwendest, aktualisieren sich bei jedem neuen Plan, also z.B. Projektname, Baustelle, Datum, usw...

    Ein schönes Beispiel, wie eine Vorplanung aussehen kann, hatte ich vor 20 Jahren.
    Die Vorplanung sah richtig gut aus, auch wenn ein paar technische Fragen noch offen waren...


    pasted-from-clipboard.png


    Edit:

    Ich weiß nicht, ob das aus dem Bild so hervorgeht: Die gesamte Vorplanung ist in Blau eingekringelt...
    Alles, was danach kam, war Sache des Zimmermanns:
    - Umsetzen des perspektivischen Gemäldes in ein maßgerechtes 3D-Modell
    - Absprache mit dem ausführenden Zimmermann

    - Weiterleitung des Modell-Vorabzugs an den Statiker

    - Einarbeiten der Statik in das Modell

    - die üblichen Grob- und Feinarbeiten für montagegerechte Elementierung und Anschlüsse

    - Vorlage zur Freigabe

    - Abbund- und Montageunterlagen erstellen