Hallo Andreas,
ich war schon etwas bange, dass ich euch zu feste auf die Füße getreten habe, weil niemand mehr etwas geschrieben hatte.
Fotografie und Bildbearbeitung mache ich leidenschaftlich gerne, und im Lauf der letzten Jahre habe ich einen reichen Erfahrungsschatz und einen sensiblen Blick für Bildgestaltung und offensichtliche Fehler erworben. Daher sehe ich Bilder vermutlich kritischer als ein normaler Betrachter, und kann auch sagen, ob es sich lohnt, ein Bild überhaupt zu verwerten.
Handybilder sind in Mode gekommen, aber im Grunde ist die Qualität sehr unterschiedlich. Bei gutem Licht können durchaus ansehnliche Bilder entstehen, und für untergeordnete Zwecke sind sie durchweg brauchbar.
In Zimmermannssprache würde das etwa bedeuten, dass Du einen Sichtabbund mit der Kettensäge machen sollst. Wenn Du gut bist, schaffst Du das sogar, aber ein Fachmann wird das am Ergebnis erkennen. Ebenso wird er sehen, ob Du nach Aufriss gearbeitet hast, oder einfach vor Ort eine "Luftschiftung" fabriziert hast.
Genauso verhält es sich mit Bildern. Wer sich damit auskennt, weiß, dass eine Handykamera viel weniger Dynamikumfang hat als eine "Vernünftige". Das bedeutet, dass in harten Lichtern und Schatten wesentliche Informationen einfach nicht abgebildet werden, und die kann man per Bildbearbeitung auch nicht wieder herzaubern.
Es sind ein paar Hundert Dinge, die man bei der Aufnahme schon falsch machen kann, und ein paar Tausend, die man durch geschickte Bildbearbeitung lösen kann. Welches Programm dazu verwendet wird, ist beinahe egal, solange es über einige grundlegende Funktionen verfügt, und man selbst genau weiß, was man machen muss.
Wer sich die Seite kurz anschaut, bekommt ganz sicher einen Überblick über euer Angebot. Bei kritischem Blick bleibt ein Eindruck, dass man schon bessere Bilder gesehen hat. Und beim fachkundigen Blick kann man das an konkreten Dingen festmachen, und zumindest versuchen, die Fehler zu mildern.
Je besser das Ausgangsmaterial, um so besser kann auch das Ergebnis werden.
Das beginnt mit einer ordentlichen Wahl der Perspektive , des Ausschnitts und der richtigen Belichtung. Auf die Beleuchtung hat man als Handwerker nicht immer Einfluss, aber ein Gebäude wirkt sehr unterschiedlich, ob man es in der frühen Morgensonne, in der harten Mittagssonne, bei geschlossener Bewölkung oder sogar bei Nebel oder Regen aufnimmt.
Jede Situation erfordert andere Methoden, aber alles ist machbar.
Ich zeig Dir ein paar Beispiele aus der Seite, nach denen ich nicht lange suchen musste:
[Blockierte Grafik: http://abbund-cad-service.de/forum/ueberstrahlt.png]
Die rot markierten Bereiche haben durch Überstrahlung keine Information mehr. Sie sind reinweiß. Diese tolle Fassade hat ein besseres Bild verdient.
[Blockierte Grafik: http://abbund-cad-service.de/forum/unscharf.png]
Das Bild ist vollkommen unscharf. Sowas will keiner sehen.
[Blockierte Grafik: http://abbund-cad-service.de/forum/sehr_unscharf.png]
Das Bild ist noch unschärfer...
[Blockierte Grafik: http://abbund-cad-service.de/forum/unscharf_kontrastlos.png]
Das ist unscharf, neblig-kontrastlos und langweilig, obwohl es ein tolles Detail ist.
[Blockierte Grafik: http://abbund-cad-service.de/forum/vergroessert_mit_stufenbildung.png]
Hier wurde ein kleines Bild "aufgepumpt". Man sieht es deutlich an der Treppenbildung der schrägen Kanten, und an der dadurch unvermeidlichen Unschärfe.
In Zimmermannssprache übersetzt bedeutet das etwa: Wir verarbeiten alles, was uns in die Hände kommt. Rotstreif, Blaufäule, Pappelholz, Drehwuchs, Waldkante, egal ob im Sichtbereich oder an statisch kritischen Stellen...
Der Betrachter der Seite bekommt unterschwellig einen viel zu schlechten Eindruck von eurem Betrieb, und das ist gewiss nicht das Ziel einer Webseite.
Diese Fehler sollten nicht nur einem geübten Betrachter auffallen, sondern zuerst dem, der die Seite gestaltet.