Vorfertigungsgrad serielle Sanierung

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  • Hallo zusammen,


    Ich mache mir derzeit für ein Projekt Gedanken, wie weit ich die Vorfertigung der Elemente treiben kann.

    Unsere Wand sieht von innen nach außen so aus:


    15mm OSB

    200mm Konstr.

    15mm GFP

    30mm Konterlattung

    30mm Traglattung

    27mm Vertikalschalung


    Grundsätzlich spart ja jedes einzelne Brett welches nicht vor Ort montiert wird einen Haufen Zeit.

    Allerdings birgt dieses Vorhaben natürlich auch gewisse Risiken, da man natürlich an den Bestand gebunden ist...

    Daher würden mich eure Erfahrungen hier mal interessieren.

    Geht ihr hin und zerlegt den 3D Scan bis ins kleinste Detail und Überlegt euch dann wie man die Elemente stellen kann?

    Oder würdet ihr aus gründen der Ungenauigkeit eher hingehen und bei allen Elementen entsprechend Toleranz einplanen und damit

    viel auf der Baustelle erledigen?


    Würde mich interessieren ob hier jemand über Positive Bzw. Negative Erfahrungen berichten kann.



    viele Grüße


    Tobias

  • Es gibt kein Gebäude mit exakt geraden Wänden. Die Berücksichtigung von Toleranzen ist also unumgänglich.

    Auch eine gescannte Punktwolke hat Toleranzen, selbst wenn beim Registrieren nur wenige Millimeter genannt werden, stimmt das nicht immer mit der Praxis überein.

    Die Vorsatzwände kann man also nicht überall dicht an den Bestand setzen. Man sucht im Scan die engste maßgebende Stelle und gibt dann noch mindestens 5-10 mm Luft dazu. An allen übrigen Stellen hat die Wand dann mehr Luft. Diese Luftschicht ist generell unerwünscht und muss gedämmt werden. Die Art der Dämmung und wie man sie dort einbringt, entscheidet mit über die Dicke der Luftschicht.


    Bei einem 35 Meter langen Gebäude haben wir Elemente von ca. 2,70 m Breite und 6,5 Meter Höhe auf Stahlkonsolen gesetzt. Die Breite wurde durch das vorhandene Fensterraster vorgegeben, und in fast allen Räumen gab es Kernlochbohrungen für dezentrale Lüftungen, die im Scan gut erkennbar waren.

    Die Elemente wurden nur auf 2,68 m Breite hergestellt. Sie erhielten einen seitlichen Streifen aus 20 mm Weichfaserplatte, um auf 2,70 m zu kommen.
    Dieser Streifen wurde so verschraubt, dass er bei Bedarf abgenommen und durch einen Streifen in anderer Dicke ersetzt werden kann.

    Zu den Mess-Toleranzen kommen ja immer auch Fertigungs- und Montagetoleranzen, die man auf diese Weise unauffällig und sauber ausgleichen kann.

    Auch wenn man das an den meisten Elementen nicht braucht, hat man doch bei jedem Element die Möglichkeit dazu.

    Und wer denkt, dass die Fenster im Bestand exakt im Raster von 2,70 m sitzen, der hat bei der Montage ein Problem. Das Maß mag im Mittel stimmen, und die Abstände sind in der Vorsatzwand genauer als im Bestand, aber die Fenstergröße muss so bemessen werden, dass alle vorhandenen Rastermaß-Abweichungen aufgefangen werden.

    Freundlich grüßt
    Der_Planer

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