Beiträge von Der_Planer

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    Für mich war die Entscheidung für einen ausbaufähigen Rechner richtig.

    Mein Laptop hat inzwischen 128 GB RAM und 3 Festplatten mit insgesamt 10 TB. Eine weitere SSD hat noch Platz.

    Das Arbeiten mit Punktwolken braucht viel Platz, und mein Foto-Hobby ist ebenfalls recht anspruchsvoll an Platz und Rechenleistung.

    Das Geld ist gut angelegt, und ich bin zufrieden.

    Den Builder hatte ich anfangs immer über "freie Stationierung" aufgestellt.

    Der erste Messpunkt bildet dabei den Ursprung aller folgenden Messungen, und der zweite soweit ich mich erinnere, die Y-Richtung.

    Zusätzlich konnte ich bei Bedarf einen weiteren Punkt anmessen und damit die Höhe des Ursprungs neu definieren.


    Mit den nummerierten Punktmessungen war ich nie wirklich glücklich, und ich habe mir sehr bald ein weiteres Gerät (damals einen PDA) angeschafft, auf dem bis heute eine Aufmaßsoftware läuft, die 3D-linienbasiert arbeitet, und in der ich den Ursprung und die Ausrichtung nachträglich so anpassen kann, wie ich es brauche. Das mache ich in der Regel nach dem Aufmaß vor dem Import nach Dietrichs.


    Grundsätzlich lassen sich fast alle Oberflächen am Bau reflektorlos anmessen. Es gibt schwierige Flächen, z.B. intensives Grün oder Blau, oder mattes Schwarz. Ein Zimmermanns-Filzhut lässt sich mit rotem Laser gar nicht erfassen, da kommt einfach kein Licht zurück. Schwarze Dachziegel oder Schiefer sind auch schwierig, aber wenn man den Fleck anzielt, wo offensichtlich mal eine Taube gesessen hat, dann geht es. Spiegelnde Flächen sind auch nicht anmessbar. Frische Zinkrinnen, Edelstahl-Kaminrohre, hochglanzlackierte Fahrzeuge usw. geht nicht. Kommt aber in der Praxis recht selten vor.
    Beim Anmessen von Fensterscheiben ist Vorsicht geboten. Manchmal wird tatsächlich die Wand hinter der Scheibe gemessen, aber keine Garantie zur Qualität der Messung! Es kommt sicher auf den Winkel zur Scheibe an, und wie sauber sie ist. Möglicherweise spielt die Lichtbrechung auch eine Rolle.


    Das Nestle-Stativ sieht gut aus. Ich hatte mich für ein Stativ mit Schnellspannhebel anstatt Schraubfixierung am Beinauszug entschieden. Beides funktioniert aber sehr gut.


    Den Stativstern habe ich immer nur dann gebraucht, wenn ich auf gefliesten Böden oder auf Parkett/Laminat aufstellen musste. Zum Einen rutscht das Stativ auf diesen Böden leicht weg, zum Anderen hinterlässt es ohne Stern unerwünschte Kratzer.


    Einen Feldbuchrahmen kann man sicher gut gebrauchen, aber ich hab nie einen angeschafft. Seit dem Einsatz des PDA hat sich der sowieso erübrigt, weil ich keine handschriftlichen Notizen mehr brauche.

    Die Zielmarken 40x40 mm sind meistens viel zu groß und überhaupt viel zu teuer. Solche würde ich nur sehr selten verwenden, wenn es um sehr lange Zielweiten (50-150 m) geht, und wenn sie danach als Referenz für andere Baubeteiligte bleiben sollen. Ansonsten reichen Zielmarken 20x20 mm, und diese habe ich für sehr günstiges Geld als gerollte rote Reflexfolie gekauft und mit der Hebelschere auf ca. 20x20 mm geschnitten. Ich hab davon noch übrig, die kannst Du gerne haben.
    Zielmarken brauche ich eigentlich nur, um Passpunkte zu markieren, die ich zum Umsetzen brauche.


    Ein Mini-Prismenstab samt Reflektor gehört bei meinem Leica mit zur Grundausstattung. Der Stab besteht aus 4 Stangen von 30 cm Länge, die stirnseitig miteinander verschraubt werden. Ganz unten kommt eine 5 cm lange Spitze dran, und an beliebiger Stelle kann der 10 cm hohe Reflektor dazwischen geschraubt werden, dessen Zielkreuz mittig auf 5 cm Höhe sitzt. Die möglichen Höhen des Reflektors sind also 10/40/70/100/130 cm. An den Stab wird seitlich eine hochgenaue Libelle angeclipst, damit man den Stab perfekt im Lot ausrichten kann, was besonders wichtig ist, wenn die Zielmarke hoch sitzt.


    Ein Stativ für den Reflektorstab habe ich nicht. Es wäre wohl manchmal zum Einsatz gekommen, war aber nie wirklich notwendig. Entweder hat ein Helfer den Reflektorstab gehalten (das erspart Dir viel, viel Wegstrecke), oder ich habe andere Hilfsmittel eingesetzt, ähnlich wie die Absteckhilfen RS96 oder RS97, oder einfach nur ein Stück Brett oder ein Kalksandstein.

    Die Absteckhilfe mit integrierter Messleiste kannte ich noch gar nicht, und denke, das ist eine gute Hilfe für Menschen, die gerne bodennah arbeiten ;-). Das Ding erspart sicher einige Absteckmessungen, weil man das Ziel mit dieser Hilfe schneller eingrenzen kann als mit geschätzten Maßen.



    Der Begriff "Prisma" ist vielleicht nicht immer ganz eindeutig. Eigentlich verstehe ich darunter ein "echtes" optisches Prisma, in dem der Mess-Strahl mehrfach umgelenkt wird, so dass ein Offset zum eigentlichen Messwert berücksichtigt werden muss. Solch ein Prisma kenne ich nur in Verbindung mit Tachymetern, die mittels Infrarot messen, und die mit solchen Prismen mehrere Kilometer weit messen können. Im Bereich der Lasermessung (die meistens im Bereich unter 200 m angewendet wird), kenne ich nur Zieltafeln, die auch als "Flachprismen" bezeichnet werden, und eigentlich kein Offset haben. Bei einem "Katzenauge" könnte ich mir ein minimales Offset vorstellen, weil die Facetten eine gewisse Tiefe haben. Sowas habe ich nur bei extrem weiten Messungen eingesetzt, und da kommt es wirklich nicht auf einen Millimeter an.

    Zum Umsetzen des Geräts sind eigentlich nur zwei bekannte Passpunkte notwendig. Bei Leica geht das so:

    - richte den ersten Standort so ein, dass Ausrichtung und Ursprung passen.

    - klebe zwei Reflektormarken so an, dass sie von diesem und von weiteren Standorten in möglichst stumpfem Winkel angemessen werden können. Ich vermeide insbesondere bei Passpunkten das Anzielen spitzer als 45° zur Zielmarke.

    - Die beiden Passpunkte werden durch Anmessen räumlich festgelegt.

    - Zusätzlich können schon weitere Punkte gemessen werden, die zum eigentlichen Aufmaß gehören.

    - Das Gerät wird dann so umgesetzt, dass die beiden bekannten Punkte gut und eindeutig anmessbar sind.

    - Bei Leica gibt es die "Aufstellung über Passpunkte" mit der Möglichkeit, zwei definierte Punkte auszuwählen und anzumessen.

    - Nach dem Anmessen wird eine Plausibilitätskontrolle durchgeführt, in der Abstand und Höhenlage der beiden Passpunkte verglichen wird.

    Bei zu großer Abweichung akzeptiert das Gerät den neuen Standort nicht. In der Praxis akzeptiere ich je nach Situation wenige Millimeter, hatte aber auch schon eine Fehlermeldung, weil ich zwei Punkte vertauscht hatte (sie waren glücklicherweise unterschiedlich hoch, ansonsten wäre eine falsche Verknüpung entstanden).

    Bei meinem Leica-Gerät kann ich entweder Koordinaten eingeben (die ich dann auch nicht weiß), oder ich habe die Möglichkeit, einen Punkt durch Anmessen zu bestimmen.

    ... besonders bei Hinterkanten hilfreich (natürlich muss man dem Tachymeter beibringen das man 5,5cm über den Punkt misst.

    Wenn Du Deine Messhilfe von der Rückseite anzielst, stimmt die Entfernung, wenn man sie von der Vorderseite anzielt, drehst Du den senkrechen Schenkel um? Sonst wäre das Maß ja 10 mm vor der Kante?

    Warum machst Du Teil 2+3 nicht aus einem durchgängigen Stück? Dann würde es immer sofort passen.

    Torge, danke für den Video-Link! Da wird sehr anschaulich gezeigt, wie man den Winkel verwendet. Nur 2 Stück sind viel zu wenig, und Kunststoff ist für viele Baustellen zu leicht, wie gesagt, windempfindlich. Mehr solche Winkel einzusetzen hat den Vorteil, dass man viel weniger laufen muss. Ich verteile 15-16 Winkel entlang der Kanten, die zu messen sind, gehe zum Gerät und klicke die Punkte der Reihe nach an, dann sammle ich die Winkel ein und verteile sie für den weiteren Verlauf der Deckenkontur. Bei einigen Decken musste ich das drei oder vier Mal machen. Mit nur zwei Winkeln hätte das wesentlich länger gedauert.

    Beim Disto-3D kann man vielleicht anders denken. Der lässt sich ja von unterwegs aus steuern und auslösen, daher funktioniert das auch mit 1 Winkel.

    Noch eine Frage zu den Stahlnägeln mit Reflektorplatte: die darf man dann aber auch keinen Fall verdrehen, oder? Sprich von mehreren Seiten anvisieren.

    Sitzen sie schief in der Erde, würde sich damit der Punkt im Raum verschieben. Das ist ja gewissermaßen der Vorteil der - leider sehr teueren - Hilti POA 102. Nur bin ich mir eben wegen dem Offset nicht sicher - den müsste man dann ja jeweils immer addieren bzw. abziehen. Oder bin ich da wiederum zu genau unterwegs?

    Der Nagel kann ruhig etwas schräg im Boden stecken, das macht gar nichts. Er dreht sich ja um seine eigene Achse, und die Zielmarke sitzt ja genau in der selben Achse, bleibt damit raumstabil. Beim Drehen des Nagels sollte man nur darauf achten, dass man ihm nicht weiter in den Boden bohrt oder rauszieht, also etwas gefühlvoll drangehen.

    Ein Offset hat man bei reflektierenden Zielmarken nie, das gibt es nur bei Prismen. Auch Hilti POA 102 hat kein Offset, das wäre völlig unlogisch.

    Bei Prismen wird der Messtrahl innerhalb der Prismenoptik mehrfach umgelenkt und gespiegelt, legt also eine längere Distanz zurück. Bei Reflektorfolien oder natürlichen Oberflächen gibt es so etwas nicht.

    Ich bin so frei und ergänze Gottliebs Ausführung mit Beispielen.

    Danke für das Bild, Torge!


    Dazu ein paar Anmerkungen:

    - Die Doppelzielmarkenetiketten: Die ausgedruckten Fadenkreuze sind sehr dick, und damit eher für einen Disto-3D geeignet als für eine 30-fache Zieloptik.

    Die Position der Kreuze liegt zu weit außen auf dem Etikett, so dass beim mittigen Falten zu wenig Klebefläche übrig bleibt.

    Rücke die Kreuze näher zusammen, das lässt sich besser anbringen und besser anzielen.

    An der Mittellinie habe ich meine Doppelmarken mit einem Cutter leicht vorgeritzt, so dass das passgenaue Falten leichter fällt. Das hat sich in der Praxis gut bewährt.


    - Was machst Du mit den gelben Reflektormarken? Da fehlt mir eine kleine Mittenmarkierung. Die Markierung ist notwendig, um Passpunkte eindeutig von einem anderen Standort nochmal anzielen zu können. Wenn man das nur nach Augenmaß macht, können sich mehrere Millimeter Toleranz einschleichen. Die Markierung muss nicht exakt mittig sein, aber sie muss vorhanden sein. Und bitte mit wasserfestem Stift!


    - Die Nagelmarkierung sieht gut aus. Ich gehe davon aus, dass die Vorderseite des Bleches in der Nagelachse liegt?

    Zum Anzielen würde ich eine Reflektormarke aufkleben, nicht direkt auf das Blech messen. Das ist insbesondere bei größeren Zielweiten gut, weil die Messung dann schneller aufgezeichnet wird. Mein Builder braucht auf "normale" Oberflächen bei großer Distanz deutlich länger für eine Messung. Bei Zielmarken auf der anderen Straßenseite hatte ich zu viele Fahrzeuge oder Fußgänger dazwischen, deshalb nehme ich Reflektormarken.


    - Dein Kantenwinkel ist etwas unglücklich abgebildet, man sieht zu wenig Einzelheiten und er wirkt sehr schmal. Praktisch ist sicher, dass er zusammenklappbar ist und gut in die Jackentasche passt. Bei so einem leichten Winkel muss man aufpassen, dass der WInd ihn nicht verschiebt und Du ihn 5 Stockwerke tiefer wieder einsammeln musst.

    Ich habe 15 oder 16 Edelstahlwinkel, die nach meinem Entwurf gelasert und gekantet wurden. Für viele Betondecken reicht die Anzahl nicht aus, ich komme aber ein gutes Stück weiter, ohne allzu oft hin und her laufen zu müssen. Auf den Winkel gehören ebenfalls Reflektorzielmarken, die exakt an den passenden Stellen angebracht sein müssen, vor allem müssen sie in einer definierten Höhe sitzen, die man beim Messen im Tachymeter berücksichtigt. Ich brauche schließlich die Kantenhöhe, nicht die Höhe des Winkels.

    Warum? Ich habe eines aus Alu und kann keinen Nachteil feststellen.

    Der wichtigere Grund ist, dass Holz besser Schwingungen und Vibrationen dämpft als Aluminium, so dass das Messgerät ruhiger gehalten wird.

    Ein ganz praktischer Grund ist, dass sich Holz angenehmer anfasst, und es fühlt sich im Winter nicht so kalt an wie Metall.

    Wenn ein Holzstativ mal unsanft behandelt wird, bekommt es einen Kratzer, während Alu einen Kratzer und eine Verformung bekommt.

    Sicher gibt es noch mehr Gründe.

    Warum machen wir Sparren aus Holz?

    Warum nicht aus Aluminium?


    Und ja, Aluminium hat auch Vorteile gegenüber Holz, aber trotzdem ist mir Holz sympathischer.

    ...


    Funktioniert der Hilti Pos 15 mit Lasermessung nicht ziemlich ähnlich wie ein 3D Disto?


    Das Messprinzip ist sicher vergleichbar, gemessen wird mit mit Laser. Der Pos15 hat eine Zieloptik mit Fadenkreuz und eine 30-fache optische Vergrößerung. Der Disto 3D hat keine Optik, sondern nur eine Kamera mit relativ geringer Auflösung


    Vom Prinzip her dürfte das ziemlich ähnlich sein, oder schafft der Leica auch Punktwolken?


    Die Definition von Punktwolke ist vielleicht im Lauf des Technikfortschritts in der Größe gewachsen. Eine Punktwolke vom Scanner hat mühelos ein paar Hundert Millionen Punkte, während eine "Punktwolke" von einem Tachymeter aus wenigen Hundert Punkten besteht, die manuell angezielt werden.



    Mir fehlen jetzt noch ein paar Dinge:

    Stativ - muss dass ein Vermesserstativ mit Öffnung sein, oder kann das auch ein schweres Fotostativ sein?


    Ein Fotostativ (auch ein stabiles) geht auf keinen Fall, das ist nicht stabil genug und hat auch eine viel zu kleine Stativschraube. Die "großen" Fotogewinde haben 3/8", die Gewinde für Vermessungsgeräte haben 5/8". Normale Nivellierstative haben auch 5/8" und eine Öffnung zum Verschieben des Geräts, sind aber zu wenig verwindungssteif. Damit bleibt nur die Höhe konstant, aber nicht die horizontale Ausrichtung. Zum Vermessen gehört zwingend ein ordentliches Vermessungsstativ, zum Beispiel von Nedo in der Preisklasse von ca. 260 Euro. Etwas kleineres und leichteres würde ich für einen Tachymeter nicht empfehlen. Und wie schon früher geschrieben, unbedingt aus Holz, nicht aus Aluminium.


    GT_2023-09-30_21-18-05.png


    Welche Reflektoren verwendet ihr? Ich tendiere eher dazu, keine Prismen, sondern mehrere drehbare Reflektoren zu kaufen (zB Hilt POA 102). Offset bedeutet hier wohl, wie weit der Punkt von der Drehachse entfernt ist?


    Beim Messen mit Laser sind meines Wissens gar keine Prismen geeignet, die messen soweit ich weiß mit Infrarotgeräten. Keine Ahnung, ob der Pos15 das kann??

    Die Reflexzieltafeln POA 102 sind ganz hübsch, aber mir wären sie zu teuer. Im Messkoffer meines Builder ist ein ähnlicher Reflektor enthalten, den man in einen Alu-Stab einschrauben kann. Das ist ganz praktisch, wenn der Zielpunkt hinter einem Hindernis liegt. Man schraubt den Reflektor so in den Stab, dass er eine Höhe zwischen 10 cm und 1,30 m hat. Am Stab ist eine hochgenaue Libelle, mit deren Hilfe man die Zielmarke genau lotrecht über dem zu messenden Punkt halten kann (2. Mann ist erforderlich). Gebraucht habe ich den Reflektor nur selten, dann meistens zum Abstecken. Dem Gerät wird die Reflektorhöhe mitgeteilt, so dass die Marke zwar angemessen wird, die Höhe aber vor dem Notieren abgezogen wird, so dass der Bodenpunkt im Aufmaß erscheint.

    Was man noch braucht, sind Zielmarken für Passpunkte zum Umsetzen des Geräts. Man kann sie für teures Geld kaufen, oder man besorgt einen halben Quadratmeter rote Reflektor-Klebefolie und schneidet sie auf ca. 20x20 mm zu, dann mit wasserfestem Filzstift ein kleines Fadenkreuz drauf malen, dann kostet eine Zielmarke nur wenige Cent.
    Als Passpunkte im freien Gelände habe ich 25-30 cm lange Sparrennägel, ein Stück Blech auf den Kopf geschweißt und eine der selbstgemachten Zielmarken aufgeklebt. Beim Schweißen bitte darauf achten, dass das Blech mit der Sichtseite in der Nagel-Achse liegt, und dass die Zielmarke auch genau in der Nagelachse klebt. Nur dann kann man den Nagel im Boden so drehen, dass der Messpunkt raumstabil bleibt. Kostenpunkt: fast nix, Effektivität: super.

    Dann noch einen Bogen lange schmale Klebeetiketten, die man selbst bedrucken kann, mit gedruckter Mittellinie, leicht mit einem Cutter angeritzt, so dass die Marke mittig faltbar wird, so dass die Zielmarken genau gegenüber auf der anderen Seite des Etiketts sitzen. Solche Marken kann man prima an einen Tür- oder Fenstersturz kleben und von beiden Seiten anmessen. Ich habe die regelmäßig verwendet, um Außen- und Innenmessungen über ein Giebelfenster zu verknüpfen, ohne versteckte Zielmarken aus dem Fenster heraus suchen zu müssen. Man kommt meistens nicht nah genug ans Fenster, weil dem Stativ die eigenen Füße im Weg sind.
    Zum Messen von Kanten braucht man Winkel, die nach oben eine Zielfläche haben, und nach unten hinter die Kante greifen. Wenn man auf einer Betondecke steht, kann man deren Außenkanten sonst nicht anmessen.

    Es ist nur selten möglich, wirklich genaue Eckpunkte oder Kantenpunkte aufzunehmen. Das erste Problem ist, dass es diese Ecken am Bau nicht wirklich gibt, weil am Beton die letzten 1-2 cm abgebröckelt sind, oder in einer Innenecke so viel Schutt liegt, dass man die eigentliche Ecke gar nicht sieht. Hilfsweise zielt man dann Flächenpunkte an, die eine Handbreit von der Ecke entfernt sind, aber sicher auf der Fläche sitzen. Die Linien, die sich dadurch ergeben verschneiden sich im genauen Eckpunkt.

    Ein weiteres Problem beim Messen von Ecken und Kanten ist (wenn sie mal wirklich vollständig sind), dass der Laser kein wirklicher Punkt, sondern eine Lichtfläche mit Ausdehnung ist. Wenn also eine Kante genau im Fadenkreuz ist, liegt nur die Hälfte des Lasers auf der gewünschten Fläche, während die andere Hälfte des Lasers eine Fläche im Hintergrund trifft. Das Gerät gibt dann keine Fehlermeldung aus, misst aber einen Wert, der irgendwo zwischen den beiden halben Laserpunkten liegt. Das muss man auf jeden Fall immer vermeiden!


    Ich hoffe, meine Beschreibungen sind verständlich, sonst füge ich bei Gelegenheit mal Bilder von den beschrieben Hilfsmittel bei.
    Oder Du kommst mal bei mir vorbei, dann siehst Du das in real. :)

    Danke Planer, ich selbst habe einen 3d-Disto, bin aber am überlegen ob ich mir nicht doch eine Totalstation zulege.

    Mit dem 3D-Disto habe ich noch nicht gearbeitet, aber schon aus der Nähe betrachtet. Manche Baustellen sind besser für den 3D-Disto geeignet, andere besser für einen "richtigen" Tachymeter. Der Vorteil des 3D-Disto liegt darin, dass man ihn eingach auf den Boden oder auf eine Mauerkrone stellen und fernbedienen kann. Das hätte mir manche Turnerei an der Baustelle erspart. Mit dem Stativ auf eine 11,5er Mauer mit T-Anschluss zu kraxeln ist nicht so einfach, und dann auch noch das Gerät zu bedienen oder die Bedienerposition zu wechseln auch nicht.

    Bei längeren Zielweiten, insbesondere, wenn man Passpunkte anzielt, ist der Tachymeter wieder im Vorteil. Und zum Abstecken vermutlich auch.

    Der 3D-Disto hat so weit ich weiß ein paar interessante Funktionen, um z.B. automatisiert eine ganze Reihe von Maßen aufnehmen kann? Dem einfachen Tachymeter fehlt diese Funktion, dazu braucht es schon den motorisierten.

    Bei aller Unterschiedlichkeit denke ich, dass es für jede Messaufgabe ein optimales Gerät gibt, man bekommt sie aber auch mit anderen Geräten gut hin.

    ...

    Kann man mit dem POS15 bzw. 509er auch alleine Aufmessen? In der Beschreibung steht "für den Zweimannbetrieb".

    ...

    Aufmessen kann man damit eigentlich alleine, wobei manchmal ein Helfer sinnvoll sein kann. Gebäude messen geht fast immer gut allein, weil es genug Wandflächen gibt, die man direkt anzielen kann. Manchmal muss man einige Wege machen, um Zielmarken an bestimmte Punkte zu fixieren, aber dafür lohnt es sich nicht, einen Helfer mitzunehmen.

    Wenn allerdings eine große Betondecke aufzumessen ist, die viele Ecken und Versprünge hat, dann ist ein zweiter Mann doch hilfreich. Mit einem Laser kann man immer nur gegen eine Fläche messen, das Licht lässt sich nicht einhaken wie ein Bandmaß. Der Tachymeter würde mitten auf der Betondecke stehen, und der Helfer würde mit einem Brett an jede Ecke gehen, während Du gegen das Brett misst. Alternativ kannst Du Hilfsmittel einsetzen. Ich habe mir spezielle Winkel entworfen und lasern und kanten lassen. Diese Winkel verteile ich ringsum an den Betonkanten und messe gegen den Schenkel, der nach oben zeigt. Mit 15 Winkeln kann ich eine ganze Strecke bearbeiten, und wenn sie nicht reichen, muss ich zwischendrin nochmal eine Runde laufen, Winkel einsammeln und an weitere Kanten verteilen. Das kostet natürlich Zeit, aber sicher nicht so viel wie ein zweiter Mann.


    Beim Abstecken wird es dann richtig spannend. Mit meinem Builder macht das nicht wirklich Spaß. Ich stehe am Gerät, wähle den Punkt zum Abstecken, und ein Helfer geht mit einem Reflektorstab dort hin, wo ich ihn dirigiere. Wenn er ungefähr in der Nähe des Zielpunktes ist, messe ich, wo er genau ist, und sage wieviel Zentimeter er nach rechts/links und nach vorne/hinten muss. Bis der Absteckpunkt auf 1-2 Millimeter genau sitzt, braucht es in der Regel 5-7 Messungen. Das kostet wirklich viel Zeit und ist eigentlich nur eine Option, wenn es um relativ wenige Punkte geht.


    Für solche Aufgaben ist man mit einem motorisierten Tachymeter viel besser aufgestellt. Den kann man durchaus alleine bedienen. In der Regel misst dieses Gerät auf ein 360°-Prisma und verfolgt dieses eigenständig, während der Tachymeter mit einem Handgerät kommuniziert, auf dem genau abzulesen ist, wie weit der Messstab in welche Richtung verschoben werden muss. Der zweite Mann könnte hier nur helfen, die Punkte mit Farbe oder anderen Hilfsmitteln zu markieren.

    ....

    Ich werde jetzt einfach zuschlagen.

    ...

    Genauso habe ich das 2006 mit dem Builder auch gemacht. Ich wusste nur, dass es irgendeine Chance gab, 3D-dxf da rauszubekommen, das hatte mir als Info gereicht. Den Import nach Dietrichs gab es schon, aber die ganze Hilfsgeometrie mit Linien in 3D steckte noch in den Kinderschuhen, und an eine direkte Geräteanbindung war noch nicht zu denken. Ich habe meinen Weg gefunden, und Dir wünsche ich das genauso!

    Beim Export nach 3D-dxf gehen die Texte leider verloren. Dietrichs exportiert nur Bauteile und Linien.

    Beim Import von csv-Punktelisten kann man die Punkte durch räumliche Linien verbinden lassen. Das geschieht einfach in der Reihenfolge, wie sie in der Liste stehen bzw. gemessen wurden. Eine weitere Beschriftung braucht es dafür eigentlich nicht, aber schau selbst...


    Ich vermute, die Linien werden vom Pos15 nicht erzeugt, da gibt es wahrscheinlich nur 3D-Punkte? Kann ich aber nicht wirklich sagen. Der Leica Builder R100M gibt beschriftete 3D-Punkte aus, die durch Fadenkreuze dargestellt werden. Dazu sämtliche Koordinaten als Texte. Übersichtlich ist das nicht. Deshalb hatte ich die Leica-Übergabe mal umprogrammiert, so dass tatsächliche Punkte rüberkommen und nur die Punktnummer in vernünftiger Schriftgröße. Das ist aber lange her, und das habe ich seit Jahren nicht mehr genutzt. Viel effizienter ist es, einen Pocket-PC mit Aufmaßsoftware anzuschließen, der layersortierte Linienzüge in 3D aufnimmt. Heutige Geräte können sowas vielleicht schon intern oder haben kleine Handrechner, die zum System passen.


    Im Anhang ist die csv-Datei von Kurt, eingelesen in Dietrichs, exportiert nach 3D-dxf.

    In Beitrag #6 hat "Kurt" u.a. eine csv-Datei verlinkt, die sieht nach dem Datei-Import-Punkteliste inkl. Linienzug so aus:


    Snag_344eacb2.png


    Im weiteren Text steht, dass im dxf keine Texte sichtbar sind? Ob das mit der aktuellen Gerätesoftware immer noch so ist? Dieser Beitrag ist ja schon ein paar Jahre alt.
    Vielleicht liest "Kurt" hier ja mal mit und gibt einen Kommentar dazu?

    Die Frage kann ich nicht beantworten.

    Die Firma Hilti stellt aber viele Informationen zu diesem Gerät online zur Verfügung.


    Diese Info lässt mich vermuten, dass dxf ein gängiges Import-/Export-Format des Pos 15 ist:

    Import Und Export Von Daten - Hilti POS 15 Kurzanleitung [Seite 8]
    Hilti Pos 15 Online-Anleitung: Import Und Export Von Daten. Unter [Datei] Werden Alle Projekte Im Gerätespeicher Verwaltet Und Ermöglicht Den Datentransfer…
    www.manualslib.de