Beiträge von Der_Planer

Diese Seiten wurden speziell für die Benutzer unserer Software installiert, um sich untereinander und mit uns, Informationen, Neuigkeiten, Bilder und Dateien auszutauschen. Egal ob Dietrich's Abbundprogramm oder DC-Statik, hier sind alle Holzbau Profis richtig. Natürlich auch die ohne Holzbausoftware ;)


Wenn Sie selbst aktiv werden wollen, melden Sie sich unverbindlich mit einem Benutzernamen und einem Passwort an. Klicken Sie hierzu auf der linken Seite den Punkt "Benutzerkonto erstellen" an.


Wir wünschen unseren Besuchern einen informativen und angenehmen Aufenthalt bei Dietrich's FIX


Ihr Team Dietrich's Online - Holzbau ist unser Programm

    Ich bin nicht davon überzeugt, dass ein gebogenes Kopfband samt Zapfen auf einer Maschine erzeugt werden kann.

    Die K5-Machinen brauchen einen Querschnitt, der zumindest an der Anschlagseite gerade ist.

    Angenommen, das wäre die konvexe Seite, dann kann die konkave Seite gefräst werden, ebenso können Abschnitte und Zapfen gefertigt werden. Der konvexe Bogen kann so weit vorgefräst werden, dass zum Schluss nur noch wenig Handarbeit übrig bleibt.


    Welche Möglichkeiten eine PBA hat, kann ich nicht sagen, auch nicht Maschinen anderer Hersteller.


    "grob in der Form verleimt" kenne ich nur von großen Leimbindern, die z.B. konische Stützen oder konische Obergurte haben, die anschließend per Sägeschnitt begradigt werden. (Ich habe solche Zuschnitte schon gesehen, die mit einer großen Handkreissäge ausgeführt wurden.)

    Bei gebogenen Kopfbändern halte ich diese Methode für ungeeignet. Dafür würde ich Leimholz nehmen, das aus dünnen Lamellen im fertigen Querschnitt gebogen verleimt wird, beide Enden etwas länger lassen und die Anschlüsse mittels großer Schablone darauf übertragen. Das manuelle Herstellen eines gerundeten Zapfens ist nicht so einfach, aber mit Oberfräse und passender Schablone auch machbar. Eine Versatz-Verbindung würde ich jedoch vorziehen.

    In Pfosten und Pfette kann man die Gegenbearbeitung mit temporären Stäben erzeugen, so dass die ganze Konstruktion weitgehend automatisiert gefertigt wird. Runde Kopfbänder bekommt man sicher nur auf die Maschine, wenn man ihnen vor dem Zuschnitt wieder eine gerade Seite aufdoppelt.


    Es wäre interessant zu erfahren, wie diese Kopfbänder tatsächlich entstanden sein werden.

    Das mit der geraden Kante habe vor Jahren schon gemacht, z.B. bei 8-Eck-Pavillons.

    Da habe ich die Ecken des Schwellenkranzes so gestutzt, dass alle Grate eine gerade Fußkerve bekamen.

    Das hatte mehrere Vorteile:

    Im Handabbund ist die Kerve schnell und sauber anzureißen und herzustellen.

    Beim Maschinenabbund sieht eine Eckkerve an schmalen (6 cm) Gratsparren etwas "ausgefressen" aus, wird manchmal auch nicht so sauber gefräst.

    Die gerade Kerve bekommt auch eine automatische Nagelbohrung.


    Das Zusammenfügen von solch schrägen Verblattungen mache ich auch mit Hilfsbauteilen, zuletzt am Gratsparrenstoß eines Mansarddaches.


    Snag_b36adbc.png

    Ich habe mit Deinem Bauwerk ein paar Dinge ausprobiert.

    Beim Schieben des Kopfbands ist mir aufgefallen, dass die Stabkoordinaten nicht hundertprozentig orthogonal zum Bauwerk sind.

    Wenn ich den Stab relativ um 1,000 m zu sich selbst nach y schiebe, zeigen sich Ungenauigkeiten in den globalen Koordinaten:


    Snag_540c1c0.png

    Ich habe die Linien für Deine Extrusion nicht finden können, nicht in einer Arbeitsebene, nicht in der Wandkonstruktion, nicht in der Freien Konstruktion.
    Trotzdem wurden sie als "echte" Kreisbögen im Modell dargestellt, aber sie sind für mich nicht greifbar.
    (Hinweis an die Programmierung: Hier ist bitte dringend eine Funktion gewünscht, die die Zugehörigkeit von Zeichnungselementen anzeigt!)


    Zunächst habe ich das Kopfband mit TraRot-Fläche neu ausgerichtet, so dass die Fehlerwerte beim Verschieben nicht mehr auftreten.

    Damit konnten die Zapfen aber auch nicht erzeugt werden.


    Dann habe die kurzen Linien in der Wandkonstruktion nachgezeichnet und das Kopfband neu extrudiert.
    Im Bereich der Zapfen habe ich es so gestaltet, dass dort keine Linie abknickt, und dass der Stirnschnitt nachträglich gemacht wird.

    Als Ergebnis bekomme ich jetzt einen Zapfen am Pfosten hin, aber nicht an der Pfette.


    Was da jetzt noch stört, kann ich nicht sagen. Man sieht aber, wie empfindlich das Programm auf winzige Ungenauigkeiten reagiert.


    Wenn ich den Zapfen unbedingt haben wollte, würde ich einen geraden Rohstab verwenden und die Rundungen (so wie im erstverlinkten Beitrag beschrieben) mittels Verschneidungen erzeugen. Für die Maschine bin ich unsicher, ob die Rundung aus dem Vollen mit einer Konturbahn gefräst werden kann, oder ob die Lamellen vor der Produktion schon gebogen verleimt werden?


    GT_2024-01-12_12-31-14.png

    .... Zum Pfosten hin kommt aber nach wie vor die Meldung "Keine Verbindung möglich". Was habe ich übersehen?

    Am Pfostenanschluss kann ich nicht erkennen, dass die Extrusion um (mindestens) eine Zapfenlänge erweitert wurde.

    Ohne die Bauwerksdatei wird es schwierig weiterzuhelfen.


    Das Absetzmaß von 1,20 m deutet aber darauf hin, dass die Körperkoordinaten nicht in Richtung des "normalen" Kopfbands verlaufen.

    Das geht aber aus dem Bild nicht hervor.

    Vermutlich läuft die X-Richtung des Kopfbands parallel zur globalen Z-Richtung. Das würde den 1,20 m Absatz erklären, und ebenso, dass an der Längsseite des Kopfbands, die ja zum Pfosten zeigt, ohnehin kein Zapfen gebildet werden kann.


    So sollten die Koordinaten des Rohstabes aussehen:


    GT_2024-01-12_09-41-26.png

    Unter bestimmten Voraussetzungen funktionieren Zapfen auch bei Extrusionskörpern.

    - Die X-Achse des Körpers muss in der Richtung verlaufen, die ein "normales" Kopfband auch hat.

    - Die Form des Extrusionskörpers wird vom Programm nicht verlängert, auch nicht durch einen Zapfen.

    Deshalb muss der Körper so geformt sein, dass der Zapfen (oder mehr) bereits in der Extrusion enthalten ist.

    - Der Zapfen wird gemäß der gesamten Stabhöhe erzeugt, entsprechende Absatzmaße können eingegeben werden.

    Im Beispiel ist der Zapfen ohne Absatz.


    Getestet habe ich das mit einem konisch extrudierten Kopfband, ich erwarte, dass es genauso mit anderen Formen funktioniert.


    GT_2024-01-11_17-45-53.png

    Dicam kann keine "echten" Rundungen darstellen, es sind immer gerade Linien, die man natürlich so kurz gestalten kann, dass man sie in der Praxis nicht wahrnimmt.

    Das Problem beim Laserzuschnitt wurde nur für durchgehende Bohrungen gelöst, das heißt, diese können in der 2D-Ausgabe als echte Kreise dargestellt werden.


    Mit Rundungen an Kanten geht das nicht. Die können in 2D nur als kurze Linien dargestellt werden. Man kann sie dort manuell löschen und durch echte Kreisbögen ersetzen. Für die Kreisbögen gibt es die Funktion "Ecke runden".



    Das Problem der Außenrundungen kommt in der Praxis nicht so oft vor, das ist sicher ein Grund dafür, dass sowas noch nicht programmiert wurde.

    Erzeugst du das Hilfsbauteil für eine Bohrung mit 2-1-2 ?

    Erzeug mir das Hilfsbauteil dann automatisch eine Bohrung oder muss ich mit der Funktion Ausnehmung erst ein Loch einstanzen ?

    Das Bauteil, das die Bearbeitung mitbringt, kann ein beliebiges Bauteil mit beliebiger Form sein.

    Sinnvollerweise definiert man es in der Volumeninfo als Hilfsbauteil, weil es dann in keiner Holzliste und keiner Maschinenübergabe erscheint.

    Das Hilfsbauteil muss keineswegs die Form der Bearbeitung haben.


    Vorgehensweise:

    - Erzeuge einen Stab, in den Du z.B. drei Bohrungen eingibst.

    - Erzeuge weitere Stäbe, die (noch) keine Bohrungen enthalten.

    - Erzeuge ein Hilfsbauteil, das Du z.B. direkt neben den Anfang des gebohrten Stabes legst.

    - Mit MM (MausMitte) rufst Du ein Menü auf, in dem Du die Option "Einzelstab" wählst, danach klicke auf den gebohrten Stab.

    - Du bekommst eine Liste aller Bearbeitungen dieses Stabes und siehst auch die 3 Bohrungen.

    - Setze den Fokus auf die erste Bohrung, die wird jetzt blau hinterlegt.

    - Halte <Strg> fest und wähle die beiden anderen Bohrungen ebenfalls, jetzt sind alle Bohrungen blau hinterlegt.

    - Wähle die Funktion "Übertragen" und wähle als Träger das Hilfsbauteil aus.

    - Im folgenden Menü kannst Du steuern, welche Bauteile von den Bearbeitungen betroffen sein sollen, lass diese Felder erstmal leer (nutze sie später, wenn Du die Steuerung wirklich brauchst). Das Menü muss für jede Bearbeitung separat bestätigt werden, in diesem Beispiel also 3 Mal.


    - Als Ergebnis dieser Aktion hängen die 3 Bohrungen jetzt als Typ-4-Bearbeitungen an dem Hilfsbauteil, Du kannst sie über "Einzelstab" auch anzeigen lassen.


    - Kopiere das Hilfsbauteil jetzt vom Anfang des ersten gebohrten Stabes an die Anfänge weiterer Stäbe. Achte darauf, dass der Zielpunkt immer so sitzt, wie er auch beim ersten Stab saß.

    - aktiviere jetzt die Stäbe, zu denen Du das Hilfsbauteil kopiert hast.

    - Wähle 3-1-9 mit der Option 5 (Nur Anschlussbearbeitungen neu).


    - Als Ergebnis sind die aktiven Stäbe jetzt genau so gebohrt wie der erste Stab.


    Was diese Funktion sonst noch kann:

    - Lösche eines Hilfsbauteile und führe 3-1-9 für den betreffenden Stab aus. Die Bohrungen sind jetzt wieder verschwunden.

    oder

    - Verschiebe das Hilfsbauteil entlang des Stabes z.B. um 30 cm. Berechne mit 3-1-9 diesen Stab neu. Die Bohrungen sitzen jetzt um 30 cm verschoben im Stab.


    Du kannst dieses Hilfsbauteil mit beliebig vielen Bearbeitungen "füttern", und es kann sie über 3-1-9 in beliebigen anderen Bauteilen erzeugen.

    Zugelassen sind allerdings nicht alle Bearbeitungen (z.B. keine Überblattungen), aber Bohrungen, Ausnehmungen, Abschnitte funktionieren. Die genauen Möglichkeiten müsste ich nachsehen...


    Wenn Du ein Hilfsbauteil mit Bearbeitungen "aufgeladen" hast, die Du immer wieder brauchst, lohnt es sich, dieses Hilfsbauteil in der Bibliothek zu speichern. Dann kannst Du es in jedem beliebigen Bauwerk wieder nutzen, ohne es neu erzeugen zu müssen. Dafür brauchst Du allerdings die Vollversion von Dicam. Alternativ kannst Du mir (oder jemandem, der die Vollversion hat) Dein Bauwerk senden, und Du bekommst das Bibliotheksbauteil zurück.



    Das war jetzt viel Text und keine Bilder. Ich hoffe, dass Du das trotzdem nachvollziehen kannst.

    Ich bin sicher, dass diese Methode auch als Anleitung, möglicherweise sogar als Video zur Verfügung steht.

    Vielleicht postet jemand den Link dort hin...


    Viel Erfolg mit Typ-4-Bearbeitungen!

    Vielen Dank das hat geklappt habe immer die Falsche Bezugsseite gewählt deshalb hat es nicht funktioniert :face_with_rolling_eyes:

    ...

    Beim Setzen der Bohrungen mit 3-04-5 kannst Du die Bezugsseite auch grafisch wählen, indem Du diesen Knopf drückst.

    Die angebotene Seite wird am Stab hervorgehoben, so dass Du mit Ja (ML) oder Nein (MR) antworten kannst, sobald die passende Seite hervorgehoben ist.
    Die Angaben "Oben, Unten, Links, Rechts" beziehen sich dabei nicht auf das globale Koordinatensystem, sondern auf die Stabkoordinaten.


    GT_2024-01-11_09-23-29.png

    Ich gehe meistens über die Materiallisten, denn die Lagenflächen stimmen manchmal nicht so sauber wie sie sein sollten.

    Manchmal werden Plattenstöße in der Montage anders ausgeführt als ich sie im Modell vorschlage. Das kommt vor, wenn z.B. Reste verarbeitet werden, die gerade passen, oder wenn der Kunde die Idee hat, ein Detail zu ändern. Meine Plattenlisten für die Bestellung müssen deshalb nicht auf den i-Punkt genau sein.


    Es gibt allerdings auch Projekte, in denen ich nur die statischen Platten (OSB) modelliere, weil mein Auftrag damit abgeschlossen ist. In dem Fall ziehe ich anderes Material (Weichfaserplatten, Gipskarton...) aus den Lagenflächen, um meinem Kunden zumindest eine plausible Größenordnung zur Verfügung zu stellen.

    In der Liste gibt es die "Plattenfläche" und die "wahre Plattenfläche", also einmal die Brutto- und einmal die Netto-Fläche.

    Wenn es in Deiner Liste nur EINEN Wert gibt, kannst Du das in den Listeneinstellungen ändern.


    Als Arbeitsvorbereiter gebe ich immer nur die wahre Plattenfläche an meine Kunden weiter. Die rechnen den Verschnitt selbst dazu, das sind deren Erfahrungswerte.

    Meistens ist es ja so, dass die Reste von einem Projekt beim nächsten wieder mitverwendet werden können, daher ist eine kleine Übermenge in der Bestellung gar kein Problem. Das wäre nur bei teuren Materialien so, die selten verwendet werden.

    Achsen abschaffen? Bitte nicht! Ich brauche sie nicht oft, aber doch immer wieder mal, vor allem beim Konstruieren in Dicam.


    Weitergehende Wünsche habe ich zu den Achsen nicht. Für mich sind sie gut genug dargestellt, und wenn sie mal zu schwach durchscheinen, schalte ich in den Drahtgittermodus.

    ...


    Des Weiteren habe ich noch ein Carport als direkten Anbau mit einer geringeren Firsthöhe, ich erinnere mich dass ich da irgendwie was mit der Gebäudenummer oder so beachten muss, bin mir aber da auch nicht mehr ganz sicher wo und wie ich da am besten anzufangen habe. Vielleicht kann mir da ja einer auch ein paar Tipps zu geben :)

    Mit der Gebäudenummer meinst Du sicher die Verschneidungspriorität, die man in der Dachausmittlung eingeben kann.

    Die habe ich in den letzten Jahren so selten gebraucht, dass ich auf Anhieb gar nicht genau sagen kann, wie sie genau gehandhabt wird.
    Wenn sich das Carportdach nicht mit dem Hauptdach verschneidet, brauchst Du diese Option nicht. Ansonsten hier nochmal genauer nachfragen.
    Eigentlich ist die Funktion intuitiv selbsterklärend, wenn man weiß, was sie bewirken soll:
    Dachflächen mit unterschiedlichen Prioritäten werden nicht miteinander verschnitten.

    Herangehensweise:

    Für das Carport kannst Du eine eigene Hauskontur erstellen, das lässt sich oft leichter eingeben als eine verschachtelte gemeinsame Kontur von Wohnhaus und Carport.
    Eine eigene Kontur empfiehlt sich z.B. dann, wenn eine Hausseite in beiden Konturen durchlaufend wäre und mit unterschiedlichen Dachattributen versehen werden müsste.


    GT_2023-12-13_15-23-21.png

    Ich gehe bei Zielmarken genau anders herum vor.

    Ich messe sie vorher selbst mit dem Tachymeter ein und verwende sie dann zum Ausrichten der registrierten Punktwolke.

    Allerdings arbeite ich nicht mit der Cyclone 360, sondern mit PinPoint. Da geht manches ein wenig anders.

    Im Prinzip sollte das aber mit Cyclone nach dem selben Prinzip funktionieren.


    Zu beachten ist, dass der Scanner wesentlich größere Zielmarken braucht als ein Tachymeter, und dass die gescannten Marken nicht ganz die Genauigkeit des Tachymeters erreichen. Trotzdem sind sie sehr nützlich, insbesondere dann, wenn sie räumlich weit auseinander liegen.

    Einen winkelhalbieren Schnitt bekommst Du mühelos in Dicam hin. Um einen temporären Schnittpunkt an der Unterkante der Sparren festzulegen gibt es mehrere Möglichkeiten. Wenn Du damit nicht vertraut bist, könntest Du ein Sparrenpaar, das sich gegenüber liegt auf Gehrung schneiden, dann hast Du eine Schnittfläche, an der Du auch alle anderen Sparren schneiden kannst. Wenn gar keine Sparren gegenüber liegen, dann leg trotzdem einen dort hin, mach den Gehrungsschnitt und lösche den überflüssigen Sparren wieder weg (vorher evtl. den Gehrungsschnitt auflösen, damit er ohne Gegenstück erhalten bleibt).


    Der Umgang mit temporären Punkten (bekommt man während einer laufenden Funktion mit MR) ist in Dicam an sehr vielen Stellen nützlich. Temporäre Punkte können auch verschachtelt werden, das braucht aber ein bisschen Übung.

    Es ist nochmal Zeit für einen kleinen Erfahrungsbericht zum Thema Scannen.

    Das ist ein Gebiet, mit dem ich mich gerne bis in die Tiefe befasse und aus gewonnen Erkenntnissen lerne.

    Inzwischen habe ich mir ein großes Fotostativ ein wenig umgebaut. Es war ursprünglich für Linhof-Großformatkameras konzipiert und dementsprechend stabil.
    Die Mittelsäule des Stativs habe ich durch stabile Alu-Rohre ersetzt, so dass ich jetzt mit dem Scanner auf 6,50 m Höhe komme.

    Das ist für Fassadenaufmaße wirklich nützlich. Ich kann vom Boden aus auf Balkone schauen, und kann Fensterbänke von oben scannen, von denen ich sonst nur die Unterseite sehe. Sträucher und kleine Bäume verdecken nicht mehr so viel von den Flächen, die ich eigentlich brauche, und Dachflächen von vielen Wohnhäusern kommen so mit in den Scan, für die man sonst mit der Leiter hoch muss, und dann nicht so recht weiß, wie man das Stativ auf dem Dach wackelfrei aufstellen soll.


    GT_2023-11-10_22-03-56.png


    Also, erstmal hoch mit dem BLK360. Das Gerät wiegt ungefähr ein Kilo und ist für diesen Zweck gut zu handhaben. Das Stativ wird mittels Libelle so gut es geht ins Lot gestellt. Der BLK360 kann über WLAN ausgelöst werden und scannt dann aus luftiger Höhe. Vor dem Auslösen warte ich einen Moment, bis sich der Mast beruhigt hat und nicht mehr schwingt. Bei diesem Projekt war es aber so, dass während des Scan-Vorgangs etwas Wind aufkam, und der bringt den ganzen Aufbau ins Schwingen. Mit dem bloßen Auge muss man schon sehr genau gegen einen festen Punkt peilen, um das Schaukeln zu sehen. Und ja, man sieht es dann doch.


    Beim Zusammensetzen der einzelnen Scannerwolken sieht zunächst alles gut aus. Die Fehler von Wolke zu Wolke halten sich in einem Bereich von 2-4 mm, das ist besser als ich es bei Außen-Scans erwartet hatte. Bei meinen ersten Außenscans lagen die Fehler oft bei 10-15 mm, aber inzwischen bin ich mit der Software viel mehr vertraut, so dass ich heute auf diese Werte Einfluss nehmen kann und das Scan-Modell wesentlich genauer zusammensetzen kann als am Anfang.


    Snag_43c31d34.png


    Beim Betrachten des fertigen Modells fielen mir dann einige ca. 3 cm hohe Wellenlinien auf, die ich vor Ort nicht gesehen hatte. Meine Vermutung hat sich also bestätigt, dass der schwankende Scanner daran schuld war.

    GT_2023-11-10_22-08-56.png


    GT_2023-11-10_22-09-18.png


    GT_2023-11-10_22-09-32.png


    GT_2023-11-10_22-09-58.png



    Wie gehe ich nun mit so einem Fehler um?

    Zunächst sehe ich mir die Einzelscans, die aus der Höhe entstanden sind, genauer an. Bei diesem Projekt waren es 6 Standorte von insgesamt 28.

    Bei zwei Scans habe ich solche verdächtigen Wellenformen gefunden, das ist nicht schwer, wenn man gezielt danach sucht.

    Im Scan ist sogar zu sehen, dass es nicht die ganze Zeit geschwankt hat, sondern nur in einem gewissen Bereich. Das linke Fenster hatte deutliche Wellen, das Pflaster im darunter liegenden Hof ebenfalls, und der Verputz der Wand zeigte im Horizontalschnitt ebenfalls diese Wellen.

    Im Bereich des rechten Fensters hatte sich der Scanner schon wieder beruhigt, dort waren die Fensterbänke nahezu gerade und die Wand schön glatt.


    Nun kommt es darauf an, wie ich mit diesen Daten umgehe. Zunächst stellt sich die Frage, zu welchem Zweck diese Daten dienen. Wenn es nur um Dachflächen geht, sind die leichten Wellen kein Problem. Im Prinzip ist es ja so, dass ich die Wellen glätten kann, indem ich eine gerade Linie mitten durch diese Welle zeichne und damit den tatsächlichen Bestand immer noch genau genug abbilden kann.


    An diesem Projekt geht es aber darum, vorgefertigte Dämmwände an den Außenwänden zu befestigen. Jede Unebenheit des Bestands soll schon im Vorfeld mit Ausgleichsklötzen so hinterlegt werden, dass man bei der Montage nichts mehr messen muss. Und genau da stören mich die Wellen, weil sie Unebenheiten zeigen, die gar nicht da sind.


    Ich bin also nochmal in zwei dieser Einzelscans rein gegangen und habe eine ganze Menge Punkte einfach gelöscht. In den gewellten Bereichen habe ich nur wenige Flächen behalten, nämlich solche, von denen ich sonst gar keine Messdaten habe, und solche, die nur der Darstellung dienen und nicht der Konstruktion. Also Balkongeländer, Dachflächen und Anschlüsse zwischen Wand und Böschung.


    Die reduzierten Scans habe ich nochmal neu mit den anderen Daten optimiert, so dass die Abweichungen auf ein Minimum beschränkt sind. Durch die Wellen könnten ja etwas größere Fehler reingekommen sein.


    Danach habe ich zum zweiten Mal das Gesamtmodell zusammenrechnen lassen und bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Das dient jetzt als solide Grundlage für die Planung der Dämmwände.


    Für die nächsten Einsätze des Hochstativs hab ich schon etwas in meiner Überlegung, wie ich das Schwanken bei Wind deutlich reduzieren kann. Ganz eliminieren kann ich das sicher nicht, aber wenn aus 3 cm Wellen später 5 mm Wellen übrig bleiben, wäre ich damit zufrieden.



    Allgemein:


    Punktwolken zusammensetzen ist immer eine Herausforderung an die Rechenleistung und braucht auch viel Speicherplatz.

    Das Arbeiten mit den E57-Daten soll aber nicht so viele Ressourcen brauchen, und das erreiche ich durch zwei Maßnahmen:

    - Beschnitt auf das Wesentliche

    - eine geringere Auflösung


    Beispiel:

    Ich habe ein komplettes EFH gescannt, das umfangreich saniert, umgebaut , angebaut und aufgestockt wird.

    Die insgesamt 64 Scannerstandorte haben 10 GB an Datenvolumen aus dem Scanner.

    Beim Zusammensetzen lasse ich gesamte Umgebung drin, weil die Nachbargebäude wesentlich dazu beitragen, dass sich die Einzelscans passgenau zusammenfügen lassen.

    Erst wenn alle Scans fehlerfrei zusammengebaut und mehrfach optimiert wurden, lösche ich die überflüssigen Daten.


    In diesem Fall behalte ich das Haus und das ganze Grundstück, so dass bei Bedarf Geländedaten für den Anbau zur Verfügung stehen.

    Nun wähle ich eine Ausgabe-Auflösung von 8x8 Millimeter, das ist schon sehr detailreich. Die E57-Datei wird damit 1,5 GB groß. Sie ist ohne Probleme online zu versenden, da liegt meine Grenze derzeit bei 2 GB.


    Das selbe Modell gebe ich nochmal im Raster von 20x20 Millimeter aus und erhalte eine E57, die nur noch 270 MB groß ist.

    Diese Datei kann ich mühelos auf meinem "Spielzeug-Rechner" hantieren, der vor 6 Jahren für 300 Euro beim Discounter im Regal stand.


    Und ganz ehrlich: mit flächendeckenden 20x20mm Punkten kann man ein Gebäude genauso gut rekonstruieren wie mit hochauflösenden Daten.

    Sollte es so sein, dass kleine und feine Details wie z.B. geschnörkelte Sparren- oder Pfettenköpfe gebraucht werden, würde man diese aus dem großen hochauflösenden Modell stanzen und als separate E57-Datei überlagern.

    Die freien Dachflächen sind eine geniale Weise, komplizierte Dachformen zu erzeugen, aber sie haben auch ein paar Dinge, die man beachten muss.

    Das Anlegen einer Freien Dachfläche mit mehr als 3 Punkten setzt voraus, dass die gewählten Punkte alle exakt in EINER Ebene liegen. Das ist bei manchen Projekten nicht so ganz einfach, insbesondere dann, wenn man 3D-Daten von Dritten bekommt und glaubt, dass die SAUBER konstruiert sind.

    Weil eine Fläche durch genau drei räumliche Punkte definiert werden kann, bekommt man auf diese Weise immer eine saubere nicht windschiefe Fläche.

    Diese Fläche lässt sich in ihrer Grundrissgeometrie verändern. Man kann Punkte schieben, Linien schieben oder ersetzen. Trotzdem läuft die Fläche immer durch die drei definierten Punkte, selbst wenn diese später gar keine Eckpunkte bilden.


    Das Anwenden der Dachgestaltung findet genaue Verschneidungslinien zwischen zwei Flächen. Während des Vorgangs wird abgefragt, welche Linien der vorhandenen Flächen dabei gelöscht werden sollen. Im beschrieben Bauwerk sollten hier nur genau zwei Linien gewählt werden, die später den steigenden First bilden. Wenn man auch einen Ortgang wählt, verschneiden sich die Flächen bis weit außerhalb des Gebäudes. Möglicherweise war das hier so passiert.


    Es gibt bei der Dachgestaltung eine Besonderheit, die man wissen muss: Hier werden NUR die Dachflächen gestaltet, während das Grundrisspolygon so erhalten bleibt, wie es ursprünglich eingegeben wurde.

    Sobald man NACH der Dachgestaltung die Kontur eines Grundrisspolygons bearbeitet, gehen alle Verformungen der Dachgestaltung für diese Fläche verloren!


    Ich habe meine Dachflächen gerne so, dass sie mit den Grundrisspolygonen übereinstimmen. Deshalb ändere ich die Polygone nach einer Dachgestaltung sehr gewissenhaft so, dass sie kongruent zur Dachfläche sind.


    Vor ein paar Jahren hatte ich den Wunsch geäußert, diesen Vorgang zu automatisieren, indem eine Funktion eingebaut wird, das Grundrisspolygon aus der veränderten Dachfläche auf Knopfdruck zu rekonstruieren. Der Wunsch wurde leider nicht erfüllt und hat mich in den Jahren viele Stunden an Nacharbeit gekostet.

    Ich kann auch nicht wirklich nachvollziehen, warum das Polygon nicht automatisch während der Dachgestaltung angepasst wird. Möglicherweise geht dann die Option verloren, die Urfläche wiederherzustellen? Diese Option habe ich während meines gesamten Konstruktionslebens noch nie verwendet.


    Wunsch:

    Eine der beiden im letzten Absatz beschriebenen Methoden sollten eingebaut werden, vorzugsweise die erste, in der das Grundrisspolygon aus der gestalteten Fläche neu gebildet wird.


    Die Freien Dachflächen sind nach wie vor ein großer Gewinn für die Dachausmittlung, insbesondere wenn es um verschachtelte Flächen geht, oder um solche, die keine waagerechte Traufe haben.