Es gibt unterschiedliche Methoden, um an genaue Maße zu kommen.
Die poröse Oberfläche der Steine ist kein Problem. Jedenfalls habe ich bisher einfach die Messpunkte als genau angenommen, und der Dachstuhl hat immer gepasst. Den Unterschied könnte man natürlich genau ermitteln, wenn man einen Stein direkt anmisst, oder gegen einen Klebezettel misst. Die Differenz könnte man sicher mit einer Schieblehre messen, oder man vergisst sie einfach, weil sie in den Toleranzen des Lasermessens verschwindet. Wenn Du mit einem Lasertachymeter misst, wirst Du feststellen, dass es am Bau keinen wirklichen rechten Winkel gibt, dass eine Betondecke an jeder Stelle eine andere Höhe hat, dass keine Wand nach Schnur und Lot passt, und dass ein schwimmender Estrich tatsächlich schwimmt.
Ein Genauigkeitsfanatiker kann eine Hausecke ein Dutzend mal anmessen, und versuchen, die Messwerte exakt zu modellieren. Allerdings brauchst Du dann eine Software, die engmaschige Netze als Flächen darstellen kann.
Um die Maße effektiv einzusetzen, muss man sie nach gesundem Menschenverstand etwas idealisieren, und Abweichungen von kleinen Maßen trotzdem orthogonal konstruieren. Die Grenze zieht man nach Vernunft und reellem Anspruch.
Beim Messen muss man verschiedene Punktvarianten unterscheiden. Man kann in seltenen Fällen Eckpunkte messen, in mehr Fällen kann man Punkte auf einer Kante messen, aber in den meisten Fällen kann man nur Punkte auf einer Fläche messen. Das ist schon dadurch bedingt, dass der Laser"punkt" kein wirklicher Punkt, sondern eine Fläche ist.
Punkte auf einer Kante oder Eckpunkte lassen sich nur mit erhöhten Aufwand anzielen, weil sie bei Außenecken oft physisch nicht vorhanden sind (= abgebröckelt), oder bei Innenecken nicht sauber zugänglich sind (Mörtelreste, durch Regenrohr verdeckt, usw.).
Was bleibt, sind Punkte auf der Fläche. Die kann man dort messen, wo die Fläche sauber und gerade erscheint, und verschneidet sie am PC, so dass saubere Anschlüsse entstehen.
Wenn man z.B. einen gemauerten Drempel misst, braucht man meistens nur 2 Punkte für die Richtung. Die Breite greift man am besten mit dem Meterstab ab, und für die Höhe misst man ein paar mal mehr, um den gesamten Drempel nach dem höchsten Punkt zu modellieren.
Wenn man einen schräg abgezogenen Giebel misst, kann man so genau wie möglich auf die Kante zielen, und gibt beim Modellieren sicherheitshalber 5-10 mm an Höhe dazu, weil man die Kante fast nie genau treffen kann, es sei denn, da stehen an der scharfen Schalkante ein paar kleine "Nasen" hoch, die man genau anzielen kann.
Ganz gemein sind Fertigbetonteile mit großen Fasekanten. Da muss man einmal das Maß in der Breitenlage nehmen (am besten eine Handbreit unter der schrägen Kante), und zusätzlich kann man eine Linie aufnehmen, die oben auf dem Bauteil gemessen wird, um die Höhe genau zu definieren. Es geht aber auch so, dass man einen kleinen Blechwinkel mit Markierung auf die Fasekante legt, so dass die Markierung den exakten Wunschpunkt messbar macht. Das erfordert eigentlich einen Helfer, der den Winkel nach Bedarf platziert. Mit dem Disto 3D geht das möglicherweise auch allein, ich weiß aber nicht, ob das so komfortabel ist.
Direkt ins Programm habe ich bisher nicht gemessen, weil meine Messmethoden in eine andere Richtung gereift waren, bevor es diese Möglichkeit gab. Ich erzeuge vor Ort ein layersortiertes 3D-Liniengerüst, welches ich in Dicam einlese und danach die Konstruktion daran ausrichte. Das Linienmodell kann ich bereits an der Baustelle sehen und in gewissem Umfang kontrollieren. Wie das mit dem Programm direkt geht, solltest Du Dir mal vorführen lassen.