Stationierung Leica über Landeskoordinaten

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  • Guten Morgen zusammen,


    hat hier jemand Erfahrung mit der Stationierung über Koordinaten mit der Leica Totalstation?


    In der Regel Stationiere ich das Gerät zum einmessen der Dübel über eine Bauachse ( Bodenplatte ).

    Sauberer ist es aus meiner Sicht aber wenn man das über die Koordinaten machen könnte welche man vom Vermesser bekommt.


    Hat hier jemand damit Erfahrung oder einen Tipp wo man sich da Hilfe holen kann?


    vielen Dank und ein

    sonniges Wochenende :)

    Tobias

  • Aus leidvoller eigener Erfahrung und auch aus Erfahrungen von Zimmererkollegen habe ich nur wenig Vertrauen in die Angaben eines Vermessers. Die Toleranzen, die in dieser Branche anscheinend üblich sind, liegen weitaus höher als die Messungen, die wir als Handwerker für Produktion und Montage machen.

    Der Vermesser ist oft zuständig für Grenzpunkte und -linien, auch dafür, dass ein Gebäude die korrekte Lage auf dem Grundstück hat. Da spielen mehrere Zentimeter Differenz offensichtlich keine Rolle. Bei uns im Handwerk sieht das etwas anders aus...

    Zur Aufstellung des Tachymeters:

    Mein Tachymeter ist eines aus einer sehr frühen Generation. Zum Stationieren des Geräts kann ich nur wenige Punkte nutzen:

    1. Punkt setzt den Ursprung für die Höhe und für die Ausrichtung der Y-Achse

    2. Punkt setzt die Richtung der Y-Achse

    3. Punkt (optional) setzt einen neuen Höhenbezug


    Zum Umsetzen des Geräts sind genau 2 Passpunkte erforderlich, das ist je nach Situation manchmal zu wenig.


    Ich nutze zusammen mit dem Tachymeter eine externe Aufmaß-Software auf einem PDA. Dort kann ich die Ausrichtung durch mehr als 2 Punkte bestimmen. Wenn ich z.B. 5 Passpunkte anvisiere, nach denen ich das Gerät ausrichten will, wird die Lage des Geräts ausgemittelt und zu jedem Punkt wird die Abweichung zur Ausmittlung angezeigt. Wenn dieser Wert bei einem Punkt deutlich höher ist als bei den anderen, kann ich diesen aus der Berechnung ausschließen. Die geringe Abweichung der 4 verbleibenden Punkte verbessert sich dadurch nochmals, und die Ausrichtung des Tachymeters ist damit genau und redundant. Die Abweichungen halten sich in der Regel im 0-2-mm-Bereich. Die Vermesserangaben hatten manchmal 5-8 cm Differenzen.



    Was mir bei Deiner Frage nicht ganz klar ist:

    Warum brauchst Du Daten vom Vermesser?

    Ist es nicht so, dass Du ein Bauwerk nach eigenem Aufmaß konstruierst und jetzt die Daten aus der Konstruktion wieder zurück projizieren willst?

    In dem Fall hast Du doch (hoffentlich) Deine eigenen Passpunkte, auf die Du zurückgreifen kannst.

    Die Herausforderung beim Setzen solcher Passpunkte ist, dass sie über längere Zeit lagebeständig sind.

    Punkte an Wänden von Nachbargebäuden sind beständiger als solche am Gartenzaun, an Baucontainern oder an Bäumen.


    Vielleicht beschreibst Du Dein Problem etwas konkreter?

    Freundlich grüßt
    Der_Planer

  • Wir machen das immer öfters!
    Entweder mit Punkten vom Vermesser oder mit Punkten von unseren Maurern!
    Aber auch klar, für die Richtigkeit ist man immer selbst verantwortlich, nur blind aufstellen ist nicht!

    Ich lese mir meist die Zeichnung, die ich vom Geometer bekomme im Grundriss ein,
    Ist dieser in 3D sollten da die Punkte mit NN Höhe mitkommen, (Beim Import als Basis für Geländemodell importieren) und NN vom Nullpunkt angeben!
    Dieser Punkt zusammen mit den Punkten der Verbinder gebe ich dann wider als Punkteliste aus!


    Allerdings verwenden wir einen Hilti PLT

    Macht es Recht ,
    oder lasst es bleiben


    Gruß
    Rainer

  • Guten Morgen,


    zuerst einmal danke für die ausführlichen Rückmeldungen.


    Die Vermutung und Befürchtung habe ich tatsächlich auch, das eben die Toleranzen bei den Vermesser höher sind, als wir es haben wollen.

    Da wir viel im Neubausektor und Anbausektor unterwegs sind, fahre ich selten raus um vorab ein Aufmaß zu machen, es sei denn ich muss mich nach dem Bestand richten, dann tue ich das.


    Ansonsten bekommt der Rohbauer von mir einen Plan für die Abmessung der Bodenplatte und betoniert danach.

    Jedoch können da auch gut und gerne mal 2-3 cm Ungenauigkeit vorhanden sein.

    Bei unserem letzten Projekt hatte ich vom Vermesser daher 3 Koordinaten für Festpunkte welche auf der Baustelle markiert sind bekommen.


    M1 368380.084 5658105.455 201.676

    M2 368378.250 5658123.601 200.995

    M3 368402.738 5658110.340 202.495


    Soviel ich weiß ist die erste Koordinate für die X Ausrichtung ( O ) die zweite für die Y Ausrichtung (N ) und die letzte für die Höhe über NN


    Was mir allerdings ein Rätsel ist, wie ich es hin bekomme, dass Mein Bauwerk bzw. die abzusteckenden Punkte richtig zu den Festpunkt Koordinaten liegen.



    Gruß Tobias

  • Für Koordinaten gibt es sehr viele verschiedene Bezugssysteme.

    Ich vermute, dass die Vermesser sich weitgehend auf eines davon geeinigt haben, damit der Datenaustausch reibungslos funktioniert.

    Früher war es Gauß-Krüger, heute ist es UTM.


    An diesen Punkten sollten eigentlich ortsfeste Markierungen angebracht sein, die örtlich wiederzufinden sind.

    Die Aufgabe wäre jetzt, die Festpunkte z.B. in ein 3D-dxf zu konvertieren und das Modell daran auszurichten.


    In der Praxis hatte ich mit solchen Koordinatenwerten noch nicht zu tun.

    Freundlich grüßt
    Der_Planer

  • Wenn der Vermesser die Bodenplatte eingemessen hat, soll er dir einen Plan machen mit der Bodenplatte inklusive seiner Stationierungspunkte,

    damit kann man dann etwas anfangen! (Kostet halt ein paar Euro!

    Zweite Möglichkeit,
    Der Maurer hat für sich schon eine Datei zum sich selber zu Stationieren (Auch Maurer werden immer digitaler) :) ;)

    Einfach einmal höflich Anfragen!

    Wie ich oben schon schrieb, fremden Abgleichpunkten kontrolliere ich immer zweimal,

    so eine verbogene Laterne macht stutzig! :grinning_face_with_smiling_eyes:

    Macht es Recht ,
    oder lasst es bleiben


    Gruß
    Rainer

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