Faro Scanner

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  • Hallo zusammen.

    Ich bin bei der Überlegung einen gebrauchten Faro Focus X130 von 2015 zu kaufen. Leider hab ich überhaupt keine Erfahrung mit 3D Scanner, meine Aufmaße mach ich bis jetzt mit einer Totalstation... Daher nun die Frage ob mir hier jemand weiterhelfen kann bezüglich Erfahrungen. Ist das Gerät überhaupt sinnvoll? Ich hab immer mehr Zubauten und Aufstockungen, da würd ich's gerne mal versuchen.... Und vor allem wo sich mir die Frage stellt der Datenaufbereitung, welche Programme sind notwendig um damit im Dietrichs weiterarbeiten zu können.

    Ich bin für alle Infos dankbar.

    Beste Grüße

  • Dieses Gerät ist ganz sicher eine lohnende Investition. Ich kenne das Gerät nicht selbst, aber das Datenblatt schaut gut aus. Ich arbeite seit mehr als 3 Jahren mit dem BLK360 von Leica, und seitdem steht mein Tachymeter fast nur noch im Schrank.
    Der X130 ist um einiges leistungsfähiger als mein BLK, was die Reichweite und die Aufnahmegeschwindigkeit betrifft. Das Gewicht ist natürlich auch deutlich höher (5,2 versus 1,0 kg).


    Der Workflow ist mit 3D-Scannern sehr ähnlich, egal welches Fabrikat Du nutzt. Vor Ort nimmst Du den Bestand aus verschiedenen Perspektiven auf, dabei ist eigentlich nur zu beachten, dass der Scanner alle relevanten Flächen einmal "gesehen" hat. Die Einzelscans werden in den PC geladen und dort mit einer passenden Software "registriert". Dieser Begriff bedeutet, dass alle Scans passend zueinander ausgerichtet werden und als Ergebnis den Bestand als zusammenhängendes Punktwolkenmodell darstellen.

    Leica und Faro verwenden dafür unterschiedliche Software (Leica Register oder PinPoint für Leica, Scene und bei Bedarf AsBuiltModeler bei Faro).


    In der Regel folgt noch eine Bereinigung der Punktwolke, z.B. ein Beschnitt auf die Gebäudegröße und das Ausmerzen von störenden Elementen wie Spiegelungen, Personen, Fahrzeuge usw. Danach kann (nicht muss) die Auflösung auf ein praxistaugliches Raster reduziert werden, um die Datenmenge deutlich zu reduzieren. Wenn dabei kleine Details verloren gehen, hat das in den allermeisten Fällen keine Folgen für den weiteren Ablauf. Beispiel: Nach dem Registrieren kann es vorkommen, dass eine Wandfläche, auf der sich mehrere Scans überlappen, eine sehr hohe Punktdichte z.T. von weniger als 1mm Rastermaß besitzt. So viele Punkte belasten die Rechenleistung unnötig. Wenn Wände, Böden, Decken und Konstruktionen ein Raster von 10-20 mm haben, kann man sie genauso gut nachbilden.


    Die finale Punktwolke wird als E57-Datei exportiert, dieses Format hat sich flächendeckend durchgesetzt und kann auch von Dietrich's eingelesen werden. Du brauchst dazu eine Lizenz des Punktwolkenmoduls.
    Das Punktwolkenmodul bietet eine Fülle von Funktionen und Darstellungsmöglichkeiten, die inzwischen gut ausgereift sind und mit denen sich jeder Bestand so genau wie gewünscht nachbilden lässt. Wie das im Einzelnen geht, wird hier sicher nochmal Thema.


    Die Bestandsaufnahme mit dem Scanner spart nicht nur Zeit an der Baustelle, sondern ermöglicht Bestandaufmaße, die mit einem Tachymeter kaum möglich sind.
    Bei Bedarf lassen sich auch Tachymeteraufmaße mit Punktwolken kombinieren, insbesondere, wenn man später die geplante Konstruktion vor Ort abstecken möchte. Genau das kann ein Scanner nämlich nicht, er kann nur Daten aufnehmen, aber nicht projizieren.

    Freundlich grüßt
    Der_Planer

  • Ich würde mir diesen Scanner nicht kaufen, soviel ich weiß, gibts bei Faro für die X- Serien keine Wartung und Reperatur mehr. Einen Scanner aus der Focus- Serie ist aktuell, man muß halt für die Hardware einen Schwung mehr anlegen und die Scene- Software zur Auswertung wird immer gebraucht, da ist man wohl auch mit 5k netto dabei...

    Alternativ wäre eine Scannerleihe von den üblichen Verdächtigen bei Bedarf :smiling_face_with_sunglasses:

    Es grüßt der Doug

  • Hallo, wir haben uns gerade für ein XGRIDS - Lixel L2 entschieden.

    Wir waren zwar am Anfang skeptisch, wurden jedoch nach einer Vorführung eines Besseren belehrt.

    Die Genaugkeit ist für unsere Anwendung vollkommen ausreichend, einzig die ca. 2,0 cm großen Abrundungen der Ecken sind etwas störend.

    Größtes Pro-Argument ist die Einfachheit der Bedienung -> mit einem Scan schafft locker ein Einfamilienhaus innen und außen (Handgerät)

    und natürlich der Preis, der bei ca. der Hälfte der üblichen Verdächtigen liegt.

    Wermutstropfen ist natürlich, dass es sich um ein chinesisches Produkt handelt.

  • Vielen Dank euch beiden für die Infos, das mit der Wartung ist natürlich nicht erfreulich da werd ich mich wohl noch schlau machen müssen und dann abwägen was mehr Sinn macht. Bezüglich der Software ist mir eine Investition schon bewusst, wäre ja zu schön wenn es da eine Freeware geben würde... Auf jeden Fall vielen Dank und beste Grüße Andreas

  • Freeware für die Registrierung wäre schön, ist aber nicht. ALternativ zur Scene kann man auch die e57 in Pinpoint registrieren, da ist man mit 1500 Teuros im Jahr zur Miete dabei. Autodesk hat das Recap- Pro im Angebot, da ist man mit rund 400 Talern im Jahr dabei. Ist recht günstig und einfach vom Handling (wenn man das System mal verstanden hat ;) ), das gilt aber eigentlich für alles :smiling_face_with_sunglasses:

    Es grüßt der Doug

  • Es gibt kostenfreie Software zum Registrieren, z.B. CloudCompare.

    Es ist aber schwierig, sich in die Vielfalt der Funktionen einzuarbeiten, und es dauert lange, bis man sich durch die englischen Turorials und viel, viel Üben soweit vorgearbeitet hat, um mit dem Programm und den vielen Plugins einigermaßen klarzukommen. Bei größeren Projekten wird dieses Programm so langsam, dass das Arbeiten hauptsächlich aus Warten besteht.

    Das ist eine Software, die ich gerne für spezielle Zwecke einsetze, aber ganz sicher nicht, um damit Punktwolken von Bauprojekten zu registrieren.


    Ich verwende fast ausschließlich PinPoint, wobei das hauptsächlich auf Leica-Geräte oder E57-Importe abgestimmt ist.

    ReCap und verschiedene ASCII-Formate (ptx, xyz, pts) können auch importiert werden.
    PinPoint arbeitet schnell und übersichtlich, stellt aus Performancegründen nur einen (einstellbaren) Teil der Punktauflösung dar, rechnet jedoch im Hintergrund mit dem kompletten Datensatz. Es ist relativ schnell erlernbar und stellt einen Modeler zur Verfügung, in dem eine ganze Reihe von Auswertungen gemacht werden können.
    Faro-Daten müssten zunächst in ein importierbares Format gewandelt werden.

    Freundlich grüßt
    Der_Planer

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