Bodenplatte mit Punktwolke kontrollieren

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  • Hallo zusammen,

    ich wurde vom Architekten gefragt, ob ich anhand meiner Punktwolke die Betonsohle hinsichtlich Rohbautoleranzen überprüfen kann. In der Draufsicht war das ganze kein Problem.

    Um die Höhen generell über die Fläche zu kontrollieren, bräuchte ich ja eine Art topographische Karte. Ich kann in der seitlichen Ansicht die Streuung vom höchsten zum tiefsten Punkt sehen. Dabei weiß ich natürlich nicht, ob ein Höhenunterschied von zB. 30mm nun innerhalb von 1 oder 10m stattgefunden hat, da die Punkte ja hintereinander liegen.

    Hat dazu jemand Erfahrungen oder vielleicht auch andere Software, die dafür genutzt werden könnte?

  • Ich würde das genauso machen wie Du, in der Seitenansicht.
    Du markierst die markanten Punkte mit einem Hilfsbauteil, hier vielleicht die umgedrehte Pyramide. An den oberen Ausreißer markierst Du mit einer Separaten Farbe und die unteren Ausreißer ebenso. In der 3D Darstellung wirst Du sehen, wo sich diese höchsten und tiefsten Punkte dann befinden. Eigentlich sollte das schon reichen.

    Mit bestem Gruß aus dem Norden
    Sven Schulz

  • ich habe das schon mit den 3 D Beschriftungen gemacht,

    Dicam 4-02

    als Text die Variable für die z-Koordinate des angewählten Punktes

    #RGZ[cm,1]#

    Mit freundlichem Gruß


    Jörg Vetter

  • Ich hatte es schon für einen Kunden (ohne das PW- Modul) wie Jörg gemacht, Punkte anhand der Linien der späteren Wände gesetzt und dort die Höhendifferenzen mittels 3d Beschriftung angetragen. Geht fix und ist auch für den User ohne PW zu gebrauchen ;)

    Es grüßt der Doug

  • Was wir schon gemacht haben ist,

    im Grundriss das Orthofoto schrittweise die untere Höhe tiefer gesetzt, da sieht man recht schnell Abweichungen!

    So suchen wir auch in der Wand!


    Bei dem Bau habe ich dann mit 4-03-1 im Zusammenspiel mit dem AS-Build Modeller noch die Höhen herausgezogen!


    pasted-from-clipboard.png

  • Jörg und Martin beschreiben eine Methode, die ich gerne für den Gerüstbauer nutze, oder auch für Mauerhöhenangaben.

    So wie Rainer es zeigt, mache ich das im Leica 3DR-Viewer. Dort stelle ich die Schichtdicke und das Offset auf ein geeignetes Maß, (im Beispiel auf 5 mm).

    Mit gedrückter Strg-Taste kann man (in der Grundrissansicht) durch die Punktwolke scrollen, während in der Legende abzulesen ist, in welcher Höhe man sich gerade befindet.
    Wenn man die PW dort mit den modellierten Nivellierschwellen überlagert, sieht man die Höhen gleich an den konstruktiv wichtigen Stellen.

    Bei einer 2-mm-Darstellung und Höhentoleranzen von 20 mm lässt sich die Situation in 10 Screenshots dokumentieren, die man als Einzelbilder, animiertem gif oder als Video speichert, so dass der Betrachter leicht an jede Stelle navigieren kann, ohne den Viewer zu installieren. Das geht sogar auf dem Tablet oder Smartphone.
    Auch hier im Forum: Pausiere das Video und fahre den Zeitschieber nach links/rechts, dann hast Du genügend Gelegenheit, die Werte zu lesen und an die Baustelle zu übertragen.
    Im Beispiel wird ein Höhenbereich von -5 cm bis +5 cm dargestellt. Die aktuelle Höhe kann als Z-Position abgelesen werden.


    GT_2025-06-05_18-25-27.mp4



    Weitere Möglichkeit (vielleicht die beste...):

    - Du legst in jeder Wand ein Orthofoto ab, das die PW genau in der Wanddicke abbildet. Dort siehst Du grafisch den Verlauf des Scans im Abstand zur Nivellierschwelle und kannst entsprechende Maßketten legen oder sogar schon Klötze modellieren, die an der Stelle schon genau passen. Der Montagetrupp hat an dem Tag sehr früh Feierabend ;)

    In diesem Beispiel wurde eine HRB-Wand auf abgestemmtes Bimsmauerwerk gesetzt.

    Rechts im Plan gab es einen Hinweis, dass vor Ort noch eine kleine Mauerspitze entfernt werden muss:


    pasted-from-clipboard.png




    Im PinPoint Modeler gibt es weitere Möglichkeiten:

    - Du kannst eine waagerechte Ebene durch die Bodenplatte legen und den Abstand der Punkte unter/über dieser Ebene farblich anzeigen lassen.
    Je nach eingestellter Schichtdicke werden die Farben so skaliert, dass eine aussagekräftige Darstellung entsteht.


    pasted-from-clipboard.png


    - Ich kann auch die Bodenplatte mit einem Raster belegen, das z.B. alle 20 oder 50 cm in x- und y-Richtung einen Punkt setzt und dessen Höhe beschriftet. Setzt man die Punkte zu dicht, überschreiben sich die Texte, dann wird es unübersichtlich.


    pasted-from-clipboard.png


    - Das Ganze lässt sich als dxf-Plan ausgeben, den man im Modell auf einer Arbeitsebene hinterlegen kann.


    pasted-from-clipboard.png


    Es gibt eigentlich für jeden Anspruch genug aussagekräftige Lösungen. Um eine Bodenplatte als Topografie darzustellen, ist vielleicht die Farbkarte sehr anschaulich, in Verbindung mit dem Höhenraster hat man auch nachvollziehbare Werte.
    Die im Video gezeigte "Tomografie" vereint beide Methoden ziemlich anschaulich.


    Für Produktion und Montage finde das Orthofoto sehr geeignet.

    Freundlich grüßt
    Der_Planer

  • Ich bin absolut begeistert von allem, was ich hier so sehe. Die farbige topographische Karte aus Pinpoint war ganz genau das, wonach ich gesucht hatte.

    Aber auch alle anderen Methoden haben mich hier sehr weit voran gebracht. Die Punktwolke über und unter der Wand im Wandplan anzuzeigen ist ja nicht nur eine top Zeitersparnis auf der Baustelle, sondern erleichtert auch gewisse Erklärungen gegenüber den Architekten, wenn es ums Unterfüttern und eventuelle Mehrkosten geht.

    Mit solchen Daten ist man ja fast schon an dem Punkt, an dem man die Richtschwelle unterseitig als Passstück zum Rohbau fräsen lassen kann :grinning_face_with_sweat:


    Benutzt Ihr die Scans ausschließlich für eure eigene AV oder werdet Ihr auch mal damit beauftragt, zB. die Sohle des Rohbauers hinsichtlich Toleranzen zu prüfen?


    Vielen Dank auf jeden Fall für das geteilte Wissen!

  • Für die eigene AV im Einmannbetrieb ist der Scanner zu wenig ausgelastet. Ich versorge deshalb auch andere mit Punktwolken oder mit nachgebauten Bestandsmodellen.

    Das sind nicht nur Zimmerleute, sondern auch Trockenbauer, Rohbauer, Restauratoren, Treppenbauer, Gewölbebauer, Architekten und gerne auch Landschaftsplaner bis zu einer gewissen Projektgröße.

    Im gezeigten Projekt gab es neben dem Punktwolkenmodell auch die Aufgabe, Estrichmengen zu ermitteln, um mit einem möglichst kleinen Volumen auszukommen. Dort wurde ein sehr teures Material verbaut, dementsprechend sollte das genau kalkuliert werden können.

    Für die Volumenermittlung war mir das grafische Volumen-Ergebnis von PinPoint nicht ausreichend nachvollziehbar, deshalb hatte ich es anhand der Rasterhöhen nochmal in einer Exceltabelle dargestellt. Mit heutigem Wissen und Können würde ich auch andere Methoden in Erwägung ziehen, wahrscheinlich sogar unser Programm.

    Freundlich grüßt
    Der_Planer

  • ... die Richtschwelle unterseitig als Passstück zum Rohbau fräsen... :grinning_face_with_sweat:

    Das könnte man tatsächlich machen, aber der Aufwand wäre beim Modellieren und auf der Maschine zu hoch.

    Eigentlich reicht es, jede Wand gezielt mit 2-4 unterseitig vormontierten Pass-Klötzen zu versehen und den Rest wie gewohnt zu untermörteln.

    (Die Königsdisziplin wären natürlich Stexon-Verbinder. :smiling_face_with_sunglasses:)

    Sowas hatte ich schon praktiziert, als ich noch mit dem Builder-Tachymeter aufgemessen hatte. Das war im Vergleich zu einem Scan schon beim Maßnehmen ein recht großer Aufwand, über den ich heute gar nicht mehr nachdenken würde. Einfach machen, und es passt.

    Freundlich grüßt
    Der_Planer

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