Aktuelles Beispiel, auch von heute:
Einem benachbarten Zimmerer ist sein AV-Mann wegen einer OP für einige Zeit ausgefallen.
Wir haben uns vor 35 oder 40 Jahren zum letzten Mal gesehen. Neulich rief er mich an, ob ich noch "programmieren" würde.
Ich hab nicht gleich verstanden, dass er damit meinte, Dachstühle zu modellieren und auf die Maschine zu bringen.
Der alte Meister fährt immer selbst zur Baustelle, hält den Disto oder ein Bandmaß an die Wände, macht ein paar Striche ins Notizbuch und kommt mit diesem Ergebnis nach Hause. Seinen AV-Mann schickt er NIE zum Messen, das ist viel zu teuer. Der Ärmste versucht sein Bestes, mit einem seit 10 Jahren ungepflegten S+S auf eine ebenso alte ungepflegte SpeedCut zu bekommen.
Und genau das ist seit ein paar Tagen meine Aufgabe.
Wenn ich in dem Betrieb etwas von BIM erzählen würde, müsste ich sehr weit ausholen, denn das ist völlig unbekannt. Wohlgemerkt bei Zimmerleuten...
Das erste Projekt hatte er auch "gemessen", ich war danach nochmal mit dem Scanner dort, nur für meine eigene Sicherheit.
Danach gab es sehr viele Detailfragen, weil es zwar ein recht simples Dach ist, aber sehr viele Zwangspunkte hat, die von Architektenseite bis heute nicht ausgereift sind. Typisch für 2D-Planung und für Architekten, die keine Holzbauer sind. Antworten werden sicher bald kommen.
Ich fühle mich beruflich ins Mittelalter versetzt: "... wird schon passen... wir schieben das schon hin... hat bis jetzt immer gut gegangen..."
Das ist absolut nicht mehr meine Welt, aber es zeigt, wie weit die Realität manchmal zurückhängt.